Detmold-Remmighausen (hö). Ein Dorf, ein Fest. Am vergangenen Samstagnachmittag feierten die Bewohner des Stadtteils Remmighausen ihr erstes gemeinsames Dorffest rund um die neu gestaltete Werre.
Der Dorfverein Remmighausen e.V. organisierte mit dem TuS Eichholz-Remmighausen, dem Förderverein der Werretalschule, der freiwilligen Feuerwehr, der Kirchengemeinde Detmold-Ost, der Kita "Morgenstern" und vielen Bürgern ein Dorffest rund um das renaturierte Gewässer. Der Vorsitzende des Dorfvereins, Klaus Schafmeister, freute sich über die rege Beteiligung der Bürger an dem Fest. "Wir haben alles gemeinsam und in Eigenleistung organisiert", so Schafmeister. "Vorher war hier alles nur Wiese, jetzt ist es unsere neue Dorfmitte", berichtet er. Bisher teilte die Werre das Dorf in zwei Teile. Einerseits den Wilhelm-Holländer-Weg und andererseits den Teil mit der Schule und dem Sportplatz auf der anderen Seite des Baches. Durch die Renaturierung der Werre und eine neue Brücke sind beide Bereiche nun verbunden. Hier können die Bürger die Natur bei Spaziergängen genießen. Die Natur stand auch im Mittelpunkt des Geschehens beim Dorffest. Welche Tiere einheimisch und welche eingewandert sind, konnten die Kinder in einer "Schnitzeljagd" erfahren. Stefan Arzner, Hegeringleiter der Kreisjägerschaft Lippe und seine Kollegen des Hegerings Mosebeck waren mit ihrer "Rollenden Waldschule" vor Ort. Hier erklärten sie, was Fuchs, Rehkitz oder Hase so im Busch treiben. Da nicht alle Tiere tagsüber zu sehen sind, da sie teils nachtaktiv sind, hatten die Jäger einen ganzen Anhänger voller verschiedener ausgestopfter Tiere dabei. Jeder konnte mal einen Greifvogel, einen Fuchs oder einen Fasan streicheln und Informationen zu den Tieren erhalten. "Wir fahren zu Schulen oder Kindergärten, um den Kindern die Tiere vorzustellen", so der Jäger. Wichtig war es dem Hegeringleiter auch, dass die Kinder den Jäger nicht nur als Tiere tötenden Menschen wahrnehmen. Sondern auch über die wichtige Arbeit der Jäger zu informieren, die etwa dafür sorgen, dass der Wildbestand nicht überhand nimmt. Eingewanderte Tiere – auch Neozone genannt – wie der Waschbär und der Marderhund bedrängen die einheimischen Tiere und sind eine Gefahr für das biologische Gleichgewicht der Natur. Über die Natur konnten die Teilnehmer des Festes auch von der freiwilligen Feuerwehr einiges lernen. An ihrem großen Feuerwehrauto berichteten die Feuerwehrmänner, wie ein Feuer sich im Wind verhält und wie Kinder und Erwachsene damit umgehen sollten. Sabri Ben Amor (9), Samih Uslu (10), Kaan Ege Özcan (9), Dimitrij (9) und seine Schwester Alicia Kress (10) waren sehr daran interessiert, in dem Feuerwehrwagen zu sitzen. Für eine Abkühlung sorgte die Werre gleich selbst. Denn der renaturierte Bachverlauf und die angrenzenden Spielmöglichkeiten boten bei schönstem Sonnenschein eine aufregende Abwechslung. Den dadurch entstandenen Hunger und Durst konnten alle gleich bei Bratwurst, selbstgebackenem Kuchen oder Getränken an den vielen Ständen stillen. Pfarrer Wolfgang Löst hatte in seiner Andacht unter freiem Himmel und in der Natur gleich die passenden Worte zum Dorffest. "An einem Tag der Woche kannst du feiern, so wie heute auf unserem Dorffest", verkündete der Pfarrer seinen Zuhörern. Zum Abschluss durften die Teilnehmer in der Dämmerung "Schwimmlichter" in die Werre legen und zuschauen, wie diese dem Bachverlauf folgen. "Am Schwarzen Weg holen wir die wieder raus, wir wollen unsere Natur ja nicht verunreinigen", verspricht Klaus Schafmeister.
