Wörderfeld (afk). Für einen Nachmittag hatte der kleine Lügder Ortsteil Wörderfeld mal mehr Gäste als Einwohner. Zum Stadtschützenfest waren rund 400 Schützen aus allen neun Lügder Vereinen in das 350-Seelen-Dorf gekommen, um hier gemeinsam das traditionelle Fest zu feiern.
Dass dieses Fest letztlich dann auch in Wörderfeld hatte stattfinden können, war dem Umstand zu verdanken, dass der bisherige Wörderfelder König Andreas Hasse nach dem erfolglosen Königsschießen im April nach Rücksprache mit seiner Königin Gudrun Günnewich und seinen Rittern Bernd Schmidtmeyer und Heiner Günnewich sowie Jungschützenmeister Florian Zurmühlen bereit gewesen war, seine Amtszeit um die Dauer des Festes zu verlängern. Damit konnte das gemeinsame Fest aus Anlass des 50. Jahrestages der Neugründung des Schützenvereins Wörderfeld dort auch gefeiert werden. Und die Wörderfelder erwiesen sich dann auch als gute Gastgeber, denn sie sorgten nicht nur für einen reibungslosen Ablauf sondern auch für Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Die Schützenvereine aus Lügde, Elbrinxen, Sabbenhausen, Rischenau, Harzberg-Glashütte, Niese-Köterberg, Falkenhagen und Hummersen reisten mit ihren amtierenden Majestäten und Abordnungen in das geschmückte Dorf. Farbtupfer im Umzug waren zweifelsohne die festlichen Kleider der Damen aus den Königshäusern. In den Festumzug reihten sich auch der stellvertretende Landrat Kurt Kalkreuter und Lügdes Bürgermeister Heinz Reker ein sowie der amtierende Stadtschützenkönig Rafael Jaron von der Schützenbruderschaft St. Kilian mit seiner Königin Daniela und den Hofdamen im Dirndl ein. In seiner Festansprache im Schatten der Friedensweiche von 1874 lobte der gebürtige Wörderfelder Reker vor allem den Zusammenhalt der Schützenvereine, die auch ihren wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in der Großgemeinde leisteten. Das alljährliche Stadtschützenfest biete eine gute Gelegenheit, das Miteinander zu fördern. "Das Schützenwesen ist lebendig in unserer Stadt", stellte er zufrieden fest. Der stellvertretende Landrat sah die Probleme im Schützenverein Wörderfeld als kurzzeitig an: "Das gibt es in jedem Verein mal. Davon sollten Sie sich nicht unterkriegen lassen." Sprach’s und überreichte dem Vorsitzenden Boris Keindlstorfer ein "lippisches Flachgeschenk" mit dem Wunsch, das dies dazu beitragen möge beim nächsten Königsschießen wieder positive Stimmung zu erzeugen. Ein persönlicher Wunsch von Wörderfelds König Andreas Hasse erwies sich an diesem Nachmittag als Volltreffer: Nicht er und sein Hofstaat sollten im Mittelpunkt dieses Stadtschützenfestes stehen. Vielmehr wollte er, dass alle Königshöfe der Großgemeinde gemeinsam gefeiert werden. Und so bildeten die Majestäten und die Fahnenabordnungen aller neun Vereine im Einmündungsbereich entlang der Hauptstraße im Bereich der Einmündung zur Vahlbrucher Straße eine lange Reihe und nahmen die Parade aller vorbeimarschierenden Schützenvereine ab. Der Spielmannszug Rischenau, der Fanfarenzug "Blau-Rot" Falkenhagen und das Lipperland-Orchester Alverdissen sorgten bei diesem Festzug für den guten Ton und richtigen Rhythmus. Aufatmen dann beim Vorstand des Gastgeber-Vereins, als schließlich alle nach dem Umzug quer durchs Dorf wieder wohlbehalten und guter Stimmung im Festzelt angekommen waren und man gemeinsam feiern konnte.
