1. Helfende Hände für Fahrradwerkstatt gesucht

    Gemeinsam mit und für Flüchtlinge gespendete Fahrräder reparieren

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    Lemgo (nr). Mobil sein bedeutet ein Stück weit selbstbestimmt handeln zu können. Auch für Menschen, die aus ihren Heimatländern flüchten mussten und hier Fuß fassen wollen, ist Mobilität ein wichtiger Aspekt. Häufiges Busfahren können sie sich nicht erlauben. Um alltägliche Besorgungen zu machen oder sich die Umgebung zu erschließen, bleibt das Fahrrad ein wichtiges Verkehrsmittel – und der Bedarf ist groß. Eine Kooperation zwischen dem Awo- Begegnungszentrum Kastanienhaus am Wall, der Alten Hansestadt Lemgo und der Flüchtlingshilfe Lemgo plant jetzt eine Fahrradwerkstatt. Dort sollen Freiwillige gemeinsam mit Flüchtlingen gespendete Fahrräder reparieren oder sich in den Bereichen der Fahrradannahme oder -ausgabe einbringen.

    Unter fachkundiger Anleitung von Werner Klaas, einem leidenschaftlichen Bastler und Kenner typischer "Fahrradkrankheiten", können dann Flüchtlinge und freiwillige Helfer gespendete Fahrräder verkehrstauglich machen. "Es ist angedacht, die reparierten Fahrräder für einen geringen Betrag an Geflüchtete abzugeben, um eine Form der Wertschätzung aufrechtzuerhalten und eine Verantwortlichkeit herzustellen", erklärt die pädagogische Leiterin des Kastanienhauses, Petra Junghans. Und auch die Verständigung während der Reparatur-, Annahme- oder Ausgabearbeiten sei eine großartige Möglichkeit für die hier angekommenen Menschen, Deutsch zu lernen oder bereits Erlerntes zu verfestigen. Werner Klaas hat hier bereits vorgearbeitet. "Bei kleineren Reparaturen hatte sich bereits gezeigt wie wichtig die Verständigung ist", betont er. "So habe ich in einem ersten Schritt die Werkzeuge fotografiert und benannt. Das funktioniert hervorragend! Und ich habe die Hoffnung besonders auch jugendliche Flüchtlinge an diese Arbeit zu bekommen, denn sie sind fast ausnahmslos sehr talentiert und müssen eigentlich nur kurz angeleitet werden." Die Endabnahme der Räder müsse aber durch Fachleute erfolgen, betonen die Kooperationspartner. Finden sich genug freiwillige Helfer für so ganz unterschiedliche Arbeiten, wie Fahrradannahme und -ausgabe, Reparatur oder auch einfach nur Hilfe bei der Verständigung, könnte es in einem von der Stadt Lemgo bereitgestellten Gebäude in direkter Nachbarschaft zur Alten Abtei schon sehr bald losgehen. "Eine Werkbank und einiges an Reparaturmaterial ist schon vorhanden", erklärt Werner Klaas, der sich auf diese Art der Hilfe zur Selbsthilfe freut. Im Rahmen der Awo-Initiative "Nachbarschaft... zusammen geht mehr" soll das Projekt "Fahrradwerkstatt" nicht nur dafür Sorge tragen Flüchtlingen Mobilität zu verleihen. Es sollen sich zudem Möglichkeiten eröffnen, sich zu begegnen, sich kennenzulernen und sich gegenseitig zu unterstützen. Alle Interessierten die sich in den vorab genannten Bereichen engagieren möchten, sind zu einem ersten Treffen am heutigen Mittwoch, 24. August, um 18 Uhr im Begegnungscafé im Mehrgenerationenhaus, Echternstraße 12 eingeladen oder können sich telefonisch an Petra Junghans unter der Telefonnummer (05261) 5601 wenden.

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