Bad Salzuflen. Die Städtepartnerschaft zwischen dem südfranzösischen Millau und Bad Salzuflen könnte trotz der großen Entfernung nicht intensiver und freundschaftlicher sein. Es hat aber auch in der Geschichte dunkle Zeiten im deutsch-französischen Verhältnis gegeben. Diese wurden in den letzten Jahren in Millau aufgearbeitet. Ausgangspunkt war der Besuch von Guy Durand im Jahr 2010 in Bad Salzuflen, als er in seiner Funktion als Millauer Bürgermeister bei einem Stadtrundgang auch zur ehemaligen Salzufler Synagoge an der Mauerstraße geführt wurde. Diese Gedenkstelle hat Guy Durand so sehr beeindruckt, dass er sich in der Folge mit der Judenverfolgung in Millau - während des 2. Weltkrieges jahrelang besetzt von deutschen Truppen - intensiv auseinandergesetzt hat. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und Einbeziehung von verschiedenen Millauer Schulen wurde am 18. April 2011 an der Innenstadtstraße Champ-du-Prieur eine große Gedenktafel mit den Namen von vornehmlich in die Konzentrationslager Auschwitz und Maidanek verfrachteten Juden enthüllt.
Am nationalen Gedenktag für Widerstandskämpfer wurde die Gedenktafel nun im Beisein des französischen Innenministers Bernard Cazeneuve und dem Ehepaar Beate und Serge Klarsfeld, bekannt durch ihr Engagement bei der Aufklärung und Verfolgung von NS-Verbrechen, sowie dem neuen Millauer Bürgermeister Christoph Saint-Pierre um 14 noch fehlende Namen erweitert. "Ich danke allen Franzosen, die aufgrund ihrer menschlichen Gesinnung entweder durch tatkräftige Unterstützung oder dem Verschweigen von Verstecken den bedrängten jüdischen Mitbürgern zur Hilfe gekommen sind", so Serge Klarsfeld während der Gedenkfeier, die wiederum unter großer Anteilnahme der Millauer Bevölkerung und Einbeziehung von Millauer Schulkindern stattfand.