Lemgo-Luherheide (rto). In der Zeit als der Wohnraum noch Mangelware war, in den fünfziger und sechziger Jahren, entstanden in vielen Gemeinden die Siedlungen. Dort gab man den Menschen Land für ihr kleines Eigenheim und genügend Land, um für die Familie zu sorgen. Der kleine Ackerbau am Eigenheim war für die Selbstversorgung gedacht. Heute ist in diesen Siedlungen bereits die zweite Generation der Gründer etabliert, zieht die dritte auf und aus den Ackerflächen sind kleine Gärten geworden. So auch in der Siedlung Luherheide, die in diesen Tagen ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Horst Gröne, der damals mit zu den Ersten hier gehörte, berichtet davon, dass man damals die Baugenehmigung noch von der britischen Militärbehörde bekommen hat. Die letzten Häuser wurden dann Ende der sechziger Jahre gebaut. Die Gemeinschaft die damals entstand, hat bis heute gehalten. 120 Mitglieder hat der Siedlungsverein, der am vergangenen Wochenende auf dem großen Spielplatz zwischen Siedlung und Wald sein Jubiläum feierte. Ein Spielplatz der zur Gründungszeit für solche Ansiedlungen normal war und heute einen ungeheuren Luxus darstellt.
Hier können die heranwachsenden Kinder nach Herzenslust spielen, bolzen und glücklich sein. "Das große Areal ist so schön, dass sogar Kinder aus der Stadt hier herkommen oder Kindergeburtstage gefeiert werden. Jetzt war er zu Festplatz geworden. Zwei Pferde luden zum Reiten ein, eine Hüpfburg und eine Rollenrutsche lockten die Kleinsten. Es gab genügend Platz für Festzelt und Versorgungsstände. Dem Bolzen der Halbwüchsigen stand immer noch nichts im Wege. Der Spielplatz, so Horst Gröne, sei die Oase der Siedlung und in den vergangenen Jahren immer wieder in Eigenleistung hergerichtet worden. Was dort geschaffen wurde, ist keine Zauberei, sondern Gemeinschaftsleitung. Fürs Zaubern hatten die Siedler einen Zauberer zur Unterhaltung engagiert.
