Wunstorfer Stadtanzeiger (WS): Herr Wenzel, sie kandidieren wieder für das Amt des Ortsbürgermeisters. Wird man nach 25 Jahre Kommunalpolitik nicht müde? Manfred Wenzel (MW): Eigentlich sind es sogar schon 50 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit. Es begann mit dem Amt des Klassensprechers, später war ich Spartenleiter im Sportverein und seit kurzem auch noch ehrenamtlicher Richter. Und bisher alles neben Familie und Beruf. Jetzt, im beruflichen Vorruhestand, habe ich eigentlich mehr Zeit, mich für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger einzusetzen. Mit 61 Jahren ist man eigentlich noch beruflich aktiv. Darum stelle ich mich gerne wieder zur Verfügung. Zudem hat die CDU für den Ortsrat Großenheidorn wieder eine Liste mit den unterschiedlichsten Berufen zusammen bekommen. Um nur einige Funktionen zu nennen: Colette Thiemann, stellvertretende Ortsbürgermeisterin, mit beruflich langjähriger Verwaltungserfahrung; Thomas Sadocco, Ortsbrandmeister; Dieter Höhne, Ratsherr; und auch die weiteren Kandidaten Matthias Mai, Schriftführer und Stadtsicherheitsbeauftragter der Feuerwehr; Heinz-Herbert Kauke, engagierter Sprecher einer Bürgerinitiative. Also alles Mitstreiter, die auch in anderen Bereichen im Ort aktiv sind und die Probleme kennen. WS: Sie kandidieren für Ortsrat, Stadtrat und Regionsversammlung. Wie lässt sich das nebeneinander bewältigen? MW: Vorweg sei folgendes zu sagen: Mit dieser Dreifachkandidatur stehe ich nicht allein in der Region. Ich habe jedoch in den letzten Wahlperioden immer noch weitere Mitstreiter in den Gremien einbinden können. So ist Dieter Höhne zwei Wahlperioden im Rat und Colette Thieman als Bürgervertreterin im Finanzausschuss. Wunstorfer Bürger wie Johannes Schmunkamp aus Bokeloh und Georg Beier aus Kolenfeld sind sachkundige Mitglieder in den Fachausschüssen Umwelt und Abfall der Region, in denen ich auch aktiv bin. Somit gehen keine Informationen verloren, auch wenn ich mal eine Terminüberschneidung habe. WS: Herr Wenzel, was bewegt sie dazu, in mehrere Gremien tätig zu sein? MW: Ich sagte schon, es gibt einige, die auf drei Listen stehen. Wenn die Wähler die Arbeit für gut bewerten und mich wählen, kann man nach der Wahl das Mandat nicht wieder abgeben. Dann steht man dazu. Zudem sind die Informationen aus der Regionsversammlung ein großer Vorteil für die Ortsratsarbeit. Durch meine berufliche Tätigkeit, zehn Jahre Gutachter für Umweltfragen und 30 Jahre lang Umweltbeauftragter und Fachkraft für Arbeitssicherheit, bin ich bundesweit tätig gewesen. Zur Zeit halte ich noch Vorträge an verschiedenen Akademien zu den oben genannten Themen. Dadurch habe ich viel Kontakt mit Behörden, sodass ich diese Erfahrungen für unsere Bürgerinnen und Bürger gerne einbringen möchte. Das Problem besteht leider darin, dass rationales Denken gegen ideologische Politik nichts bestellen kann, wenn man nicht in der Mehrheit ist. Gerade beim Thema Abfallgebühren in der Region hat sich das deutlich gezeigt. WS: Zwei Kandidaten für das Regionsparlament stammen aus einem Ort. Nimmt man sich nicht gegenseitig die Stimmen weg? MW: Die Stimmen kommen aus einem Bereich mit 80.000 Wählern und wir haben neun Kandidaten und Kandidatinnen. Es sind also genug Stimmen für alle da. Dass Colette Thiemann aus Großenheidorn kommt und nominiert wurde, macht mich sogar stolz. Es zeigt, dass wir hier eine starke CDU haben. Wichtig ist, dass die CDU insgesamt viele Stimmen bekommt. SW: Wie stehen Sie zur AfD? Sehen Sie eine Gefahr für solide Mehrheiten in den Parlamenten und Räten? MW: Ich habe zu allen demokratisch gewählten Parteien ein normales Verhältnis und bin auch zu Gesprächen bereit. Wenn Parteien jedoch polarisieren oder mit sich selber mehr beschäftigen sind als mit den aktuellen Themen, dann sind sie für mich keine Gesprächspartner mehr. Dieses Phänomen haben wir leider in Deutschland und auch in der Region Hannover, rechts und links von der politischen Mitte. Ich höre von den Menschen häufig das Wort "Protestwahl". Ich möchten diesen Wählern den Hinweis geben, das die Wahl nicht nur für den Wahlsonntag oder die Wochen danach gültig ist, sondern fünf Jahre ihre Wirkung erzielt. SW: Welches sind denn Ihre politischen Grundsätze? MW: Unsere Grundprinzipien, nach denen wir politische Entscheidungen treffen, sind die Grundsätze der sozialen Marktwirtschaft, demokratische Entscheidungen und christliche Nächstenliebe. Darum bin ich auch in der Christlich Demokratischen Union. Die soziale Marktwirtschaft hat Deutschland nach dem Krieg zu dem gemacht, was es heute ist. Nicht der Sozialismus und nicht der Kapitalismus. Die goldene Mitte ist der richtige Weg. SW: Welche Themen sehen Sie auf die Gremien zukommen, für die Sie sich bewerben? MW: Wir haben für Region und Stadtrat ein umfangreiches Wahlprogramm aufgestellt, das auf unseren Flyern und auf den Websites nachzulesen ist. Für Großenheidorn sind es folgende Themen: Unterstützung der Vereine sowie die Wasserenthärtung. Dazu kommt noch die Thematik einer Ganztagsschule in Kooperation der Randstundenbetreuung und der gerechte Straßenausbau. Ich bin mir jedoch sehr sicher, dass weitere Themen dazu kommen werden, unter anderem die Flüchtlingspolitik. Ich möchte abschließend noch einmal alle bitten: Gehen Sie zur Wahl und nutzen Sie auch die Möglichkeit der Briefwahl. SW: Vielen Dank für das Interview.
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Interview mit Ortsbürgermeister, Ratsherr und Mitglied in der Regionsversammlung Manfred Wenzel aus Wunstorf-Großenheidorn.
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