Schieder-Schwalenberg (lig). Kurt Koch war mehrere Jahre Schiedsperson in Schieder-Schwalenberg. Mit Erreichen des 70. Geburtstag will er sich aus dem Amt zurückziehen. Nun sucht die Stadtverwaltung einen Nachfolger oder Nachfolgerin.
Kurt Koch betreute die Orte Schieder, Glashütte, Siekholz und Wöbbel während sein Mitstreiter Helmut Peterseim aus Schwalenberg für seinen Heimatort, Brakelsiek und Lothe zuständig ist, den sogenannten Schiedsamtsbezirk. Für diese Aufgabe sollte eine Person charakterlich geeignet sein. Die Kommune steht in der Verantwortung Personen zu finden, die dieses ehrenamtliche Amt übernehmen. "Bisher ist es aber noch nicht vorgekommen, dass niemand wollte", so Jochen Heering von der Stadtverwaltung. Die Person wird vom Rat bestellt und beschlossen und anschließend vom Amtsgericht vereidigt. Sie ist dann Amtsperson für ein sogenanntes Schiedsverfahren, was vor einem Gerichtsverfahren stattfindet. Dies hat Kurt Koch mehrere Jahre gemacht, denn als er in den Ruhestand wechselte, wollte er nicht, gar nichts mehr machen und fand dies eine gute Aufgabe für sich. "Zumeist sind es Nachbarschaftsstreitigkeiten mit denen man zu tun hat", sagt er. Eine Schiedsverfahren koste zwischen 25 bis 40 Euro. Ein Gerichtsverfahren käme deutlich teurer, erzählt er. "Ich lade die zerstrittenen Parteien dann zu einem Termin ins Rathaus ein und versuche mit den Parteien eine Lösung zu finden", berichtet er. Dabei fungiere er als Mediator. Er selbst habe die Aufgabe immer als sehr interessante Tätigkeit empfunden, deren Weiterbildungsmöglichkeiten er gerne angenommen hat. "Und wir bekommen viel Hilfe an die Hand", betont er. Es seien rund sechs bis acht Fälle im Jahr zu denen er gerufen wurde. Übernehmen können die Tätigkeit Personen zwischen 30 und 70 Jahren. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Wer Interesse hat, meldet sich bei Jochen Heering von der Stadtverwaltung. Erste Interessenten haben sich bereits gefunden.
