Elbrinxen (afk). Und wieder geht ein Stück lieb gewonnener Infrastruktur auf dem Dorf verloren: Elbrinxen trifft es nach der Grundschulschließung und der inzwischen vollzogenen Schließung der Filiale der Sparkasse Paderborn-Detmold schon wieder, denn jetzt will auch die zweite Bank dort nicht mehr bestehen bleiben: Schon zum 30. September zieht sich die Volksbank Ostlippe aus dem Lügder Ortsteil zurück. Einziger Trost: Es wird danach ab dem 1. Oktober einen gemeinsamen Geldautomaten der Sparkasse und der Volksbank geben, der von Kunden beider Geldinstitute kostenlos genutzt werden kann. Stehen wird ein nun kurzfristig zu reaktivierender Automat im ehemaligen Sparkassen-Gebäude. Ein schwacher Trost, wie die Elbrinxer konstatieren, denn für alle weiteren Geldgeschäfte inklusive der Kontoauszüge müssen sie in Zukunft in eine der benachbarten Filialen wie zum Beispiel ins vier Kilometer entfernte Rischenau fahren.
Die schon im Vorfeld durchgesickerte Sparkassenschließung zum 1. Juli hatte vor einigen Monaten in der Elbrinxer Bevölkerung zu massivem Unmut geführt. Die Kritik äußerte sich unter anderem in einer Unterschriftenaktion, die Ortsbürgermeister Hermann Wenneker initiiert hatte, um für den Erhalt der Filiale Stimmung zu machen. Allerdings hatte dieser Protest kein Umdenken bei den Verantwortlichen mehr bewirkt. Auch ein gemeinsamer Besuch Wennekers zusammen mit Lügdes Bürgermeister Heinz Reker in den Vorstandsetagen änderte an dieser Entscheidung nichts mehr. Beide waren auch sichtlich frustriert, zumal auch die Anregung, zumindest den Geldautomaten zur Stärkung der Infrastruktur des ländlichen Raumes zu garantieren, zu diesem Zeitpunkt bei der Sparkasse auf taube Ohren gestoßen war. Aus Enttäuschung hatten daraufhin einige Sparkassen-Kunden ihre Bankverbindung aufgekündigt und waren zur Volksbank gewechselt. Und nun das! Am letzten Sonntag hatte die Volksbank Ostlippe mit Hauptsitz in Blomberg ihre Kunden per Brief in Kenntnis gesetzt, dass sie sich auch mit ihrer Filiale zurückziehen werde. Begründet wird diese Entscheidung damit, dass man "... das Filialnetz an das veränderte Kundenverhalten anpassen und den Geschäftsbetrieb zum 30. September auslaufen lassen” will. In Ostlippe werden auch die Volksbank-Filialen in Lothe und Brakelsiek geschlossen. Von ursprünglich zuletzt neun bleiben damit nur sechs Filialen im Südosten Lippes übrig. Man befinde sich in einer schnelllebigen Zeit, die durch vielfältige Veränderungen im Umfeld geprägt sei, heißt es in dem Brief weiter. Auch die Bankenlandschaft sei von den Veränderungen nicht ausgeschlossen. Das geänderte Kundenverhalten mit einer gestiegenen Zahl von Onlinenutzern wird ebenso wie die Niedrigzinsphase als zentrale Gründe der Schließung genannt. Für die Angestellten in den beiden Filialen hatte bzw. hat die Maßnahme auch Konsequenzen: Die Sparkassen- Angestellten sind bereits in anderen Filialen im Einsatz. Das wird der Volksbank-Mitarbeiterin von Elbrinxen ebenfalls bevorstehen. Während mit der Aufstellung des Automaten zumindest die Bargeldversorgung vor Ort in Elbrinxen wieder gesichert wird, werden die Beratungen in Geld- und Kreditangelegenheiten künftig in der Volksbank-Filiale Rischenau geleistet. Warum der Standort in Rischenau im Volksmund schmunzelnd "Bankenviertel" genannt wird, wird daraus deutlich, dass die Filialen der Volksbank und der Sparkasse nur wenige Meter entfernt voneinander angesiedelt sind . In dem Volksbank-Schreiben wird beruhigt: Der neue gemeinsame Geldautomat sichere die hohe Servicequalität für die Kunden und man betont: "Mit dieser Zusammenarbeit der beiden regionalen Kreditinstitute wird insbesondere der ländliche Raum gestärkt. Dies ist auch ein Bekenntnis zur Region”. Hermann Wenneker sieht in der Entscheidung zumindest einen Automaten in seinem Dorf zu installieren dann doch noch einen kleinen Erfolg.