1. Suche nach Hotelbetten

    Europaweite Ausschreibung für Investoren läuft bereits

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    Lemgo (nr). Innerhalb des historischen Stadtkerns fehlt es an Betten – wohlgemerkt an Hotelbetten. Seitens der Stadt werden seit einigen Wochen Investoren gesucht, die die beiden städtischen Immobilien Alte Abtei (VHS) und Hansa-Hotel einer gemeinsamen Hotelnutzung zuführen können.

    Die Umnutzung der historisch bedeutenden Alten Abtei muss sich dabei im Rahmen des Baudenkmalschutzes bewegen, während die Substanz des angrenzenden Hansa-Hotels nicht mehr erhaltenswert ist. Das zweistufige europaweite Ausschreibungsverfahren ist vor drei Wochen auf den Weg gebracht worden. Die erste Stufe, die Interessensbekundung mittels gemeinsamer Bewerbung von Investor und Planer, soll herauskristallisieren, inwieweit die Interessenten besondere Erfahrungen mit Innenstadthotels mitbringen. "Diese erste Interessenbekundung soll Referenzen der Interessenten prüfen und abklären, ob sie solche Objekte schon einmal realisiert haben. Erst in einer zweiten Stufe erhalten die Bewerber nähere Informationen zum Projekt", erklärt Geschäftsbereichsleiter Stadtplanung und Bauen, Markus Baier. "Da geht es um Dinge wie Gebäude, Substanz, Stadtbild, Baurecht, aber auch die Realisierbarkeit von Parkplätzen." In einem nächsten Schritt müssen die Bewerber dann hinsichtlich städtebaulicher Sicht ein Konzept vorlegen. Erst dann wird abgewogen, welches Konzept die Interessen der Alten Hansestadt am besten umzusetzen vermag. "Vor allem wirtschaftlich betreibbar muss das Projekt sein, damit es eine Dauerlösung ist", betont Markus Baier. Starke Auflagen werden alle Bewerber zum Denkmalschutz der Alten Abtei erhalten, da die baugeschichtlichen Bindungen einen deutlichen Einfluss auf den Hotelentwurf haben. Bausubstanz, äußere Fassaden und Fenster sind, laut Machbarkeitsstudie, in einwandfreiem Zustand. Erhalten werden müssen sowohl die Grundrissstruktur, als auch der Gartensaal, das Südzimmer des Hochparterres und die Bibliothek im Obergeschoss. Das nebenstehende Hansa-Hotel in dem zur Zeit Flüchtlinge untergebracht sind, wird vermutlich abgerissen werden müssen. Denkbar sei, dass in zehn Metern Abstand zur Alten Abtei ein dreigeschossiger Bau entstehen könnte, der giebelständig zur Breiten Straße ausgerichtet ist. Dort könnte der Bettentrakt des Stadthotels entstehen. Die Remise hinter der Alten Abtei würde dann Räume für Tagungen und Schulungen bereitstellen. Die letztendliche Zimmeranzahl steht bisher nur vage im Raum. Zwischen 30 und 60 Zimmer soll das Hotel bieten. Das sei allerdings stark variabel, je nachdem welches Konzept die Bewerber umsetzen wollen. Grund für Debatten liefert zur Zeit noch die Frage, ob der Spielplatz am Kiosk hinter das Basketballfeld verlegt werden müsse, um 12 Parkplätze zu schaffen. Dem stünden jedoch weitere Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe entgegen "Sowohl an der Orpingstraße als auch am Langenbrücker Tor ließen sich Hotelparkplätze realisieren", so Markus Baier. "Dabei könnten nach einem Umbau der bisherigen Parkfläche in der Orpingstraße zwischen 30 und 40 Plätze entstehen und am Langenbrücker Tor, in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken, Dauerparklösungen ebenfalls in der Größenordnung gefunden werden." Auch direkt vor dem Hotel ließen sich drei Kurzzeitparkplätze einrichten. Weitere Schritte in Richtung Konzepterstellung von interessierten Investoren werden frühestens im Herbst erwartet.

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an