Lage/ Augustdorf. Auch in Zeiten von Auslandseinsätzen ist die patenschaftliche Verbindung der Stadt Lage, seiner Bürgerinnen und Bürger sowie der befreundeten Schützen "Erste" (1. Kompanie der Schützengilde Lage) zu ihrer Patenkompanie - 1. Kompanie des Panzerbataillons 203in Augustdorf - erlebbar und auch für Dritte wahrnehmbar. Beidseitige freundschaftliche Initiativen und Treffen prägen diese Beziehungen. So sind auch aktuell die Grüße aus dem Kosovo zu sehen oder zu interpretieren. Der Chef der Lagenser Patenkompanie, Major Christoph Schwier, hat dem Fachschaftsleiter Patenkompanie im Partner- und Patenschaftsverein Lage (PPV) Udo Zantow, zugleich auch als Verbindungsoffizier der "Ersten", einen ersten Lagebericht vom KFOR-Einsatz geschickt. Die Mail hat folgenden Wortlaut (auszugsweise): "Wir sind hier alle gut angekommen und haben uns hier im Feldlager hervorragend eingelebt. Der Job hier ist zwar fordernd und die Trennung von Familie und Freunden ist hart, aber die Moral und die Motivation der Truppe ist vorbildlich. Kurzum, im Moment alles gut. Wir sind hier jetzt genau in der Sommerphase mit Temperaturen von bis zu 40 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit. Aber auch das stecken wir weg. Grüß die gesamte Stadt von eurer Patenkompanie, aber ganz besonders herzlich natürlich die Schützen eurer Ersten… Auf ein Wiedersehen irgendwann im November."
Wie beim seinerzeitigen Aufenthalt der Soldaten in Kunduz (Afghanistan) im Jahre 2011 legen auch jetzt die Augustdorfer und Lagenser Wert darauf, dass auch in Zeiten, in denen das Gros der Soldaten sich in Auslandseinsätzen befindet, vor Ort, wenn eben möglich, Kontakte und Treffen erhalten bleiben – mit den "Daheimgebliebenen". Deshalb besuchte kürzlich der Patenschaftsaktivist Stabsfeldwebel Andreas Ischen zusammen mit Oberfeldwebel Marc Keuter und Feldwebel Artur Kling Udo Zantow, auf Grund seiner mehr als 40jährigen Tätigkeiten in Sachen Städtepartnerschaft (St. Johann i. Pg./Österreich und Horsham/England) und Bundeswehrpatenschaften (früher Panzerbataillon (PzBt) 214 und jetzt PzBt 203- ) oft auch "Mr. Patenschaft" genannt, in Hörste, um die Planungen für das dritte Vierteljahr zu besprechen. Wegen des Balkan-Einsatzes kamen natürlich beliebte gemeinsame Veranstaltungen wie zum Beispiel Betriebsbesichtigungen, Besuche von Kulturveranstaltungen, schießsportliche Begegnungen, weitere Fahrten nach Wittmund (Luftwaffe) oder Düsseldorf (Landtag NRW) diesmal nicht in Betracht. Dagegen konnte die Teilnahme am traditionellen Sparkassen-Zieglerlauf in Lage vereinbart werden. Noch bedeutender ist der gemeinsame Wunsch, dass alle Paten-Soldaten heil und unversehrt nach Augustdorf vom Kosovo-Einsatz zurückkehren mögen. Die Lagenser, aber auch die vielen auswärtigen Sportler und Besucher, können sich freuen, am 10. August wieder Soldatinnen und Soldaten auf der 5.000- und 10.000-Meter-Strecke erleben zu können. Allerdings im Gegensatz zu früher diesmal keine 40 oder gar 80 Starter, sondern voraussichtlich nur etwa ein Dutzend. Zantow: "Auch ein erfreuliches Ergebnis; schließlich gehören die Patensoldaten zum traditionellen sportlichen Stadtbild!" Auch Stabsfeldwebel Ischen ist zufrieden, dass das sportliche Treffen in diesen Sommerferien gesichert werden konnte. Hierzu äußerte er sich, auch mit einem kleinen historischen Rückblick, unter anderen wie folgt: "Die Begegnungen mit den Lagensern, Schützen Erste, anderen Sportlern, Besuchern und weiteren Interessenten sind für uns wertvoll und oft auch recht unterhaltsam. Wir freuen uns auch auf manchen intensiven Gedankenaustausch. Sportlich sind wir unter anderem gespannt, ob das Stadtoberhaupt der Stadt des Sports, Bürgermeister Christian Liebrecht, wie in den letzten drei Jahren nicht nur Zeitbester seiner Altersklasse wird, sondern auch wieder, ungeachtet der Alters- und Leistungsklasse, auch wieder Gruppen-Sieger oder Branchen-Primus aller Politiker, Verwaltungskräfte, Feuerwehrangehörigen, Schützen und Paten-Soldaten wird. Schon jetzt dürfte Liebrecht der laufstärkste oder schnellste Bürgermeister Lippes sein, wahrscheinlich auch Ostwestfalens. Wir können nicht, wie im Zeitraum 2009 bis 2012, wieder mit Leistungssportlern oder Landesmeistern aufwarten. Viele werden sich noch an unseren Speedy-Felix erinnern. Gemeint ist der frühere Kompaniechef Major Felix Kaiser, der 2009, 2010 und 2012 jeweils Zweiter des Hauptlaufs (10.000 m) wurde und jederzeit Laufzeiten zwischen 32 und 35 Minuten erreichen konnte. 2011 war er im Afghanistan-Einsatz. Für weitere laufstarke Soldaten ist beispielshalber Fähnrich Johannes Jungton zu nennen. Er erreichte am 8. August 2012 beim Hauptlauf immerhin einen 4. Platz. Wir starten dieses Jahr auch situationsbedingt ausschließlich im Sinne unserer lebendigen Patenschaft und im olympischen Geiste – und das gern. Natürlich werde ich auch diesmal in Lage wieder starten - genauso wie der auch in Lage beliebte Oberstabsfeldwebel Andreas Radeke."
