Schwalenberg (la/lig). Neben den neun internationalen Gruppen freut sich die Trachtengilde Schwalenberg auch auf ihre nationalen Gäste, die sie ebenfalls am kommenden Wochenende begrüßen werden. Heute stellt Lippe aktuell seinen Lesern die Danzdeel Salzkotten, die Trachtengruppe Lindhorst und die Volkstanz- und Trachtengruppe Langenstein vor.
Die Gründerväter der Danzdeel Salzkotten waren Jugendliche der Pommerschen Landsmannschaft die sich 1971 zu einer Tanzgruppe zusammenschlossen. Heute zählt der Verein über 100 Mitglieder und hat sich das Motto "Tanz – Musik – Kultur" auf die Fahnen geschrieben hat. Zum Repertoire zählen traditionelle pommersche und niederdeutsche Tänze, welche durch internationale Tanzweisen ergänzt werden. Darüber hinaus werden auch selbst kreierte Tanzfolgen aus Schauspiel, Musik und Tanz dargeboten, denn zum festen Stamm gehören auch kompetente Musiker. Die Trachtengruppe aus Lindhorst ist schon sehr lange mit der Trachtengilde Schwalenberg befreundet und hat auch schon mehrmals am Trachtenfest teilgenommen. Die Freundschaft der Gruppen besteht seit 1936, als sich die Gruppen bei einer Veranstaltung in Berlin getroffen haben. Lindhorst liegt im ehemaligen Fürstentum Schaumburg-Lippe. Die Grenze des Trachtengebietes ist aber nicht mit den politischen Grenzen identisch. "So kommt es, dass auch in den ehemals hessischen Nachbardörfern die Tracht getragen wird. In der ehemaligen (hessischen) Grafschaft Schaumburg vermeidet man jedoch die Bezeichnung "Lindhorster Tracht" und spricht in Rinteln von der Nordhessischen, in Rodenberg von der Rodenberger und in Bad Nenndorf von der Bad Nenndorfer Tracht. Das ist auf nachbarschaftliche Rangeleien zurückzuführen. Die Volkstanz- und Trachtengruppe Langenstein unter der Leitung von Christiane Nau wurde 1953 gegründet und ist in Mittelhessen, beheimatet. Die Alterspanne der Tänzer reicht von vier bis über 60 Jahren. Aktuell setzt sich der Verein aus 300 Mitgliedern zusammen. Die Volkstänzer tragen die Marburger evangelische Sonntagstracht mit vielen originalen Trachtenteilen, welche teilweise schon über 100 Jahre alt sind. Besonders ist die filigran bestickte und verzierte Jacke der Frauen, auch Hans-Peter genannt und der wadenlange Rock, der von einem Leibchen gehalten wird und aus mehr als vier Metern Stoff besteht. Eine weitere Besonderheit ist die Kopfbedeckung, die sogenannte Berzel. Darunter werden die Haare geflochten und zu einem Schnatz gesteckt. Die Männer tragen über dem traditionellen Leinenhemd eine schwarze, blumenbestickte Samtweste. Bis zum Konfirmationsalter tragen die Tänzer die Kindertracht. Die Mädchen kleiden sich mit einem roten Kirmesrock und einem geblümten Wolltuch, die Jungen tragen den typischen Hessenkittel und die Wollmütze über der Schulter.
