Sabbenhausen (afk). Ein Stein ist dem Vorstand des Schalke Fanclubs "Lippe Power" in diesem Jahr vom Herzen gefallen: Nachdem 2015 das Open-Air-Festival aufgrund der Witterung aus Sicherheitsgründen kurz vor dem Start abgesagt werden musste, stand der Veranstalter diesmal unter besonderem Druck. "Wir hatten uns trotz der Ausfallkosten, die wir als Verein allein tragen mussten, dennoch entschieden, in diesem Jahr eine Neuauflage zu wagen – und es hat geklappt", atmet Jörg Hundertmark vom Orga-Team erleichtert durch und ist rückblickend dankbar, dass die Bands bei der Absage dem Fanclub gegenüber finanziell entgegen gekommen waren, so dass jetzt Anfang Juli die Veranstaltung wieder stattfinden konnte. Der Blick aber richtet sich jetzt bereits nach vorn: 2017 wird das Open-Air dann zum 24. Mal stattfinden. "Nach den Ferien fangen wir an zu planen", kündigt Hundertmark an.
So ganz optimal waren die Voraussetzungen für die Traditionsveranstaltung auf dem Sabbenhausener Sportplatz auch diesmal nicht, denn genau am Festivaltag, musste die deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Italien um den Einzug ins Halbfinale antreten. "Da hatten wir schon Bedenken", gibt Jörg Hundertmark zu. "Aber die Fans haben uns nicht im Stich gelassen." Mehrere hundert Musikfreunde hörten und sahen sich die Auftritte der Cover-Bands "Hörgerät" aus dem Sauerland und "Maniac" aus Paderborn mit Rock/Pop- Hits aus den letzten 30 Jahren. Es wurde zu den Gassenhauern von Nena, der Münchner Freiheit und Xavier Naidoo usw. gesungen und getanzt. Der Veranstalter als Fanclub des Bundesligisten und Traditionsvereins Schalke 04 hatte natürlich für Fußballbegeisterte Vorsorge getroffen und einen Fernseher aufgestellt, damit die für die Löw-Elf nichts verpassten und die Daumen drücken konnten. Die Bands aber machten keine Pause sondern gaben auf der Bühne ihr Bestes, so dass einige Besucher gleich ein doppeltes Live-Erlebnis haben konnten. Nachdem das erforderliche Elfmeter-Schießen in Frankreich am Ende die deutschen Kicker als Sieger hervorgebracht hatte, kam dann noch einmal ein ganzer Schwung an Gästen auf das Festivalgelände, um dort zur fetzigen Musik von "Maniac" abzutanzen und mitzusingen. Am Ende blieb wie geplant ein Überschuss aus den Einnahmen übrig, der wie in jedem Jahr aus wieder einem sozialen Zweck zur Verfügung gestellt werden – diesmal dem Jugendzentrum in Lügde. Nachdem die Stimmung bei allen Beteiligten nach der Festival-Absage 2015 verständlicherweise ziemlich am Boden gewesen war und man sich zum Durchstarten entschlossen hatte, hat sich die Lage bei allen Verantwortlichen und Helfern nach der guten Resonanz jetzt wieder deutlich gebessert. "Wir brauchen ja für diese Veranstaltung jede Menge freiwilliger, motivierter Helfer aus unserem Verein, denn es gibt zahlreiche Aufgaben", sagt Hundertmark. "Das ist für uns alle, die wir das ja nicht professionell sondern als Verein ehrenamtlich in unserer Freizeit organisieren und durchführen, schon eine große Herausforderung, der wir uns nun seit 23 Jahren immer wieder erfolgreich stellen." Und so wird es wohl keine Veränderungen am Konzept dieses Festivals fürs kommende Jahr geben, erwartet Jörg Hundertmark: "Das funktioniert, wir haben sogar viele Stammgäste, die Jahr für Jahr kommen und die Besucher sind nach wie vor begeistert und feiern gern mit uns. Man kann schon sagen dass das Open-Air-Festival Sabbenhausen inzwischen zu einer Marke geworden ist."
