Kreis Lippe. Nach mehreren Monaten der Stagnation ist die Arbeitslosenzahl in Lippe im Juli wieder leicht angestiegen. Für die Vermittler und Arbeitsmarktexperten ist dies allerdings kein Zeichen einer Trendwende, zumal der Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich positiver ausfällt.
Faktisch ist die Zahl der Arbeitslosen in Lippe im Verlauf des Monats Juli gegenüber dem Vormonat um 257 Personen auf 12.609 Frauen und Männer angestiegen. Die Arbeitslosenzahl des Vorjahres wird weiterhin sehr deutlich unterschritten, und zwar um 747 Frauen und Männer bzw. um 5,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent. Im Juli 2015 lag die Quote bei 7,4 Prozent. " Zu Beginn der Ferien endet nicht nur das Schuljahr, auch viele Ausbildungsverhältnisse finden hier ihren Abschluss. Beides führt dazu, dass sich die jungen Menschen bei uns melden, was die aktuellen Arbeitslosenzahlen für den Monat Juli eindrucksvoll belegen. So hat die Arbeitslosigkeit in der Personengruppe der Unter-25-Jährigen um knapp 16 Prozent zugenommen. Eine typische Entwicklung, die den Versicherungsbereich deutlich stärker trifft als die Jobcenter in der Region und zusätzlich vom Auslaufen vieler befristeter Arbeitsverhältnisse verstärkt wird", so der Agenturchef Thiele. Im August und September, mit Beginn des neuen Ausbildungs- und Schuljahres, werde die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen wieder spürbar abnehmen. Und auch viele befristet Tätige fänden in den nächsten Wochen eine Anschlussbeschäftigung oder würden von ihren derzeitigen Arbeitgebern weiterbeschäftigt. Dem saisonalen Hoch, folge damit wieder ein Tief. "Eine normale Schwankung, die uns jedes Jahr betrifft. Sie sollte aber nicht den Blick auf die langfristige Entwicklung am Arbeitsmarkt trüben. Denn in dieser Hinsicht stehen wir weiterhin gut da", so Thiele. Auch wenn globale Betrachtung anderes vermuten lassen könnte, auf dem lippischen Arbeitsmarkt gab es im Juli keinesfalls einen Stillstand. Im Juli meldeten sich 2.465 Personen neu oder wieder arbeitslos; 2.212 Frauen und Männer meldeten sich im aktuellen Monat Juli aus der Arbeitslosigkeit ab. Im Rechtskreis SGB III (Versicherungsbereich, Agentur für Arbeit Detmold) liegt die Arbeitslosigkeit im Juli bei 3.482, das sind 342 Personen mehr als im Vormonat und zugleich 272 weniger als im Vorjahr 2015. Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung, Jobcenter Lippe) gab es im Juli 9.127 Arbeitslose. Das ist ein Minus von 85 Personen gegenüber Juni. Im Vergleich zum Juli 2015 sind es sogar 475 Arbeitslose weniger. Die anteilige SGB-III-Arbeitslosigkeit liegt nunmehr bei 1,9 Prozent; Die anteilige SGB-II-Arbeitslosigkeit bei 5,0 Prozent. Thiele: "Die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich der Agentur für Arbeit Detmold hat zwar saisonbedingt zugenommen, befindet sich jedoch weiterhin auf einer erfreulichen Talfahrt. Gegenüber Juli 2015 sind in der Versicherung 342 Personen weniger registriert – ein toller Rückgang um 7,2 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahren) stieg im Vergleich zum Vormonat deutlich um 211 Personen oder 15,8 Prozent auf 1.545 junge Frauen und Männer. Die altersspezifische Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,4 Prozent (Vormonat: 6,4 Prozent). Bei den Älteren (über 50 Jahre) kam es zu einem Rückgang der Arbeitslosenzahl im Juli gegenüber Juni. Die Zahl reduzierte sich um 40 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es sogar 393 Frauen und Männer weniger. Bei den Älteren über 50 Jahre liegt die Arbeitslosenquote nunmehr bei 5,9 Prozent. Im Juli des Vorjahres lag die Quote noch bei 6,7 Prozent. Für Thiele ist dies auch weiterhin ein deutliches Zeichen dafür, dass erfahrene Fachkräfte auch in Lippe gerne von den Unternehmen eingesetzt werden. Die regionalen Unternehmen setzen damit vermehrt auf eine heterogene Altersstruktur der Belegschaft. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stagnierte im Vergleich zum Vormonat (-1 Person) und liegt aktuell bei 5.471. Im Vergleich zum Vorjahresjuli sind dies 510 Frauen und Männer weniger. Agenturchef Thiele appelliert an Unternehmen in der Region, Einstellungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose zu schaffen. "Über bedarfsgerechte Qualifizierung können wertvolle Mitarbeiter gewonnen werden. Wir unterstützen und beraten gern!" Aktuell sind 2.765 ausländische Arbeitnehmer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 355 Personen mehr als im Juli vor einem Jahr. Den spürbaren Anstieg erklärt Agenturleiter Thiele natürlich mit dem Ankommen geflüchteter Menschen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.