Detmold (hö). Detmold schenkt sich ein kleines Naturparadies: Am vergangenen Freitag wurde der Fisch- und Bürgererlebnisbereich "Trittstein Mühlenwiese" an der Werre offiziell eröffnet. Das Areal zwischen Finanzamt und Klinikum lädt zum Verweilen und Ausruhen ein.
Die "Pflicht" dieses Projektes ist die Erfüllung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Sie hat zwei Schwerpunkte: Zum Einen musste der ökologische Zustand der Werre verbessert werden, und zum anderen wurde der Hochwasserschutz verbessert. Die Werre hat im Zuge der Renaturierung mehr Platz bekommen und kann sich bei starkem Wasseranstieg hier ausdehnen. Die "Kür" war die Schaffung eines Wasser- und Naturerlebnisbereichs in Stadtnähe. Mit den Worten, "ein langgehegter Wunsch geht in Erfüllung", eröffnete Bürgermeister Rainer Heller seine Laudatio bei der Eröffnungsveranstaltung. Nicht nur der Kiesstrand mit direktem Zugang zur Werre, sondern auch die teilweise aus natürlichen Materialien bestehenden Sitzmöglichkeiten bieten beste Erholungschancen. Mit Liegebänken, Baumstümpfen oder Baumbänken und Natursteinblöcken finden sich viele Sitzgelegenheiten. Die Böschungen wurden mit Frühblühern wie Narzissen und Krokussen bepflanzt, die Uferbereiche mit standorttypischen Gehölzen wie Erlen ausgebaut. Die Werre ist hier an verschiedenen Stellen mit großen Natursteinen als "Trittsteinen" begehbar. Kleinere Inseln bieten direkte Wassernähe, um die Werre hautnah erleben zu können. Um Fischen eine barrierefreie Reise bieten zu können, hat man die letzten Betonschwellen der Werre entfernt. "Die Fische können jetzt bis nach Bega die Werre rauf und runter", berichtet Andreas Hoffmann von der Gewässerunterhaltung der Stadt Detmold. Zwei Wege, einer am Klinikum Detmold entlang und einer am Finanzamt, verbunden mit einer Brücke, begleiten den Verlauf der Werre. Zum Nutznießer und finanziellen Förderer des Bauprojektes gehört unter anderem das Klinikum Detmold mit dem angeschlossenen Medicum. Apotheker Christian Schmidt und Diakonie-Vorstand Marianne Ulbrich freuen sich über eine zügige Bauphase. "Für unsere Patienten ist dies eine schöne Erholungsmöglichkeit", sagte Schmidt. Die Baukosten betragen rund eine Million Euro. 70 Prozent davon stammen aus Fördermitteln. Die Renaturierung der Werre wurde zum einen aus Mitteln zur Förderung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen, der bachbegleitende Fußweg und der Erlebnisbereich am Gewässer als Maßnahme des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) über Mittel der Städtebauförderung finanziell unterstützt. Auch Mittel aus der Abwasserbeseitigung wurden in diesem Projekt verwendet.
