1. Von A wie Artikulation bis Z wie zauberhaft

    Junge Talente lernen neue Wege in der Entwicklung ihrer Musik zu gehen

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    Detmold (nr). Es hatte wunderschön geklungen, was eben noch aus einem Raum im Bläserhaus der Hochschule für Musik nach draußen getragen wurde. Tuba trifft Klavier. Das ist ungewöhnlich genug, könnte man denken. "Lass dein Instrument mehr Kontraste spielen, achte auf die Artikulation und die Dynamik." Der zweite Versuch: noch schöner, noch intensiver gespielt. Selbst für die Ohren von Nicht-Musikern erkennbar. Dass der Tubist erst 19 Jahre alt und einer der Teilnehmer der 12. Detmolder Sommerakademie ist, ahnt man da noch nicht. Eine Woche lang tauchen die 50 jungen Preisträger des Bundeswettbewerbs "Jugend musiziert" ein in den Alltag der Hochschule für Musik, erhalten Einzel- und Ensembleunterricht von renommierten Professoren, gehen miteinander neue, musikalische Wege, tauschen sich aus und erarbeiten gemeinsam das Programm für die Abschlusskonzerte am 23. und 24. Juli im Konzerthaus.

    Es geht im Unterricht viel um die Artikulation, denn die richtige Technik bringen die jungen Musiktalente meist schon mit. Karl-Wilhelm Hultsch (19) aus der Nähe von Dresden hat gerade Einzelunterricht für Tuba bei Prof. Paul Halwax. "Es sind zu wenig Kontraste in meinem Spiel", urteilt der junge Musiker über sein Spiel. Prof. Halwax verlässt für einen winzigen Moment den Raum, kommt wieder herein und baut stimmlich den Takt auf, der mit jedem Schritt näher kommen lauter und intensiver wird. "Du musst dein Instrument von einer Seite zeigen, wo jeder sagt, dass das unglaublich toll ist", erklärt der Dozent. "Nimm die Artikulation, die Dynamik und das Tempo mit, um Spannung aufzubauen um dann eine Explosion wie ein Feuerwerk zu erzeugen." Der besagte zweite Versuch die Tipps umzusetzen lässt das Spiel dann wunderbar virtuos klingen. Auch im Unterricht von Prof. Hans-Jörg Wegner geht es um Artikulation. "Die Artikulation ist das Wichtigste. Wie sind die einzelnen Töne gewichtet?" fragt der Dozent die 17 Jahre junge Querflötistin Johanna Kiening und auch er zieht ein Beispiel heran, um der jungen Musikerin deutlich zu machen, was genau er meint. "Eine Automatenstimme wird jedes Wort ganz exakt aussprechen. Die Technik ist perfekt, aber um es lebendig und spürbar zu machen, brauchen wir die Artikulation. Sieh weniger, was dann bei den Noten steht, sondern finde Adjektive, die das beschreiben." Johanna überlegt kurz, setzt die Querflöte an und spielt – zauberhaft artikuliert und mindestens ebenso einfühlsam. Prof. Wegner ist zufrieden: "Statt verwaschen ist dein Spiel jetzt lebendig, klar und brillant."

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