Lemgo (nr). Gerade in den großen Ballungszentren explodieren zurzeit die Preise des Wohnungs- und Immobilienmarktes. Gute Nachrichten kommen da von der Wohnbau Lemgo, deren Jahresrückblick relativ stabile Preise und – gerade für Lemgo – eine deutliche Nachfrage nach Mietwohnungen widerspiegelt. Die Wohnbau ist ob der guten Zahlen für das vergangene Jahr sehr zufrieden und wird bis 2020 rund 20 Millionen Euro in moderne Mehrfamilienhäuser in Lemgos Musikerviertel investieren. Die Ansprüche an das Wohnen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Es gibt deutlich mehr Ein-Personen-Haushalte, womit auch die Zahl der benötigten Wohnungen steigt. Und der Trend hält an. "In Lemgo ist das Wohnen trotz höherer Wohnraum-Nachfrage jedoch immer noch günstig", sagt Vorstandschef der Lemgo-Wohnbau Thorsten Kleinebekel. "Und von Wohnraum-Engpässen durch den Zuzug von Flüchtlingsfamilien sind wir immer noch entfernt." Zwar würden auch einige Flüchtlingsfamilien mit Bleiberecht in den Wohnungen der Genossenschaft leben, aber die hätten auch ganz gewöhnliche Mietverträge. Um die Integration und das Miteinander aber auch hier zu fördern, bietet die Wohnbau seit drei Monaten regelmäßige Sprachkurse im Quartier an. Im Jahr 2015 reagierte die Wohnbau Lemgo auf die höhere Nachfrage mit dem Neubau von 30 Appartements unterschiedlicher Größe. Zum 1. Oktober werden 18 weitere in dem dreigeschossigen Gebäude in der Schumannstraße fertiggestellt. Im Frühjahr 2017 sollen dann in der Händelstraße weitere 18 Appartements entstehen. "Generationengerechter Quartiersumbau" nennt sich das Großprojekt bei dem Altbauten durch moderne, barrierefreie Neubauten ersetzt werden. Statt der bisherigen 4,74 Euro pro Quadratmeter (4,64 Euro im Jahr 2014), werden die Mieter in den neuen Wohneinheiten mit 7,50 Euro pro Quadratmeter rechnen müssen, einer Zahl, die laut der Wohnbau Lemgo im Normbereich liegt. "Aufgrund der neuen Energiesparverordnungen wird der Neubau immer anspruchsvoller und natürlich auch teuer", so Thorsten Kleinebekel. "Allerdings werden die zukünftigen Mieter eine enorme Ersparnis bei den Nebenkosten spüren."
Der Quartiersumbau auf der "Insel" zwischen Schumann-, Händel- und Brahmsstraße soll bis 2020 sechs Mehrfamilienhäuser entstehen lassen. "Die entstehende Anzahl der Wohneinheiten wird abhängig sein von der benötigten Wohnraumgröße", betont Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnbau, Wolfgang Stückemann. "Die Wohnungen werden selbstverständlich nicht nur für Ein-Personen-Haushalte, sondern ebenso für Familien konzipiert, so dass geschätzt zwischen 84 und 102 Wohneinheiten entstehen könnten." Dank starker Wohnraumnachfrage und niedriger Zinsen stieg der Jahresüberschuss der Wohnbau Lemgo von 1,42 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 2,28 Millionen Euro im Jahr 2015. Das Eigenkapital stieg von 34 Millionen auf 36 Millionen Euro. Bis 2020 will die Genossenschaft 20 Millionen Euro in Wohnraum im Musikerviertel investieren. "Die meisten unserer Mieter sind Genossenschaftsmitglieder", so Thorsten Kleinebekel. "Die Investitionen sind also eine gute Anlage für jedes einzelne Mitglied."
