1. Senioren und Schüler besuchen Hermann

    Acht- und Neunklässler begleiten Bewohner des diakonis-Seniorenzentrums

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    Detmold (ck). 22 Hauptschüler der von August-Hermann-Franke-Schule (AHF) haben 23 Senioren des diakonis-Seniorenzentrums Elisabethstraße, die alle auf einen Rollstuhl angewiesen sind, zu einem Ausflug zum Hermannsdenkmal begleitet. "Das ist jetzt der dritte Ausflug mit den Schülergruppen der 8. und 9. Klasse", erzählt Anette Woop vom sozialen Dienst des Seniorenzentrums. Bisher habe man Ausflüge ins Freilichtmuseum unternommen. "Das haben wir immer zu Fuß gemacht. Diese Ausfahrt mit dem Bus ist für alle neu, aber die Vorfreude war enorm", erzählt Woop weiter. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Claudia Schelp, etlichen ehrenamtlichen Helfern und der Schulsozialarbeiterin Kathrin Hachenberg hatte sie die Organisation des Nachmittags übernommen. Senioren wie auch die Schüler kennen sich schon seit längerer Zeit, und es haben sich Vertrauensverhältnisse gebildet. "Viele der Schüler haben ganz klar Wünsche geäußert, wen sie im Rollstuhl begleiten möchten", so Woop. Schulsozialarbeiterin Katharina Hachenberg kümmert sich um die Jugendlichen und hat sie auf den Kontakt mit dieser anderen Generation vorbereitet. "Die Schüler haben ein Rollstuhltraining absolviert, ich erkläre Verhaltensweisen im Umgang mit den Senioren und begleite die Schüler entsprechend." Ingrid Blüm (15) und Florian Hamm (16) sind regelmäßig in der Elisabethstraße und sind total begeistert über das Allgemeinwissen der Senioren. "Unglaublich wie viele Gedichte und Lieder alle auswendig können", sagen die beiden. Erstaunt sind sie auch über die Lebensfreude der Rollstuhlfahrer. "Damit haben wir eigentlich gar nicht gerechnet." Ingrid erinnert sich an eine erblindete Bewohnerin. "Es war unglaublich zu erleben, wie ihre Sinne geschärft waren durch die Erblindung. Sie konnte unglaublich gut hören und eigentlich konnte man kaum eine Beeinträchtigung in ihrem Leben wahrnehmen. Das hat mich fasziniert." Aber den Berufswunsch Altenpfleger haben beide nicht. "Ich bin eher unruhig und mir dauert alles zu lange, außerdem bekommt man viel Leid mit, ich glaube auf Dauer wäre das nichts für mich", erklärt Florian, der aber weiterhin ehrenamtlich die Senioren besuchen möchte.

    Seit etwa acht Jahren besuchen Schüler das Seniorenzentrum. Katharina Hachenberg und Anette Woop erinnern sich: "Als der Umzug vom Haus Ahorn in die Elisabethstraße anstand, haben uns etliche Schüler tatkräftig unterstützt, das war eine wertvolle Hilfe. Auch heute ist zu sehen, was für eine Grundzufriedenheit die Jugendlichen ausstrahlen." Zum Abschluss kehrten alle in der Hermanngastronomie ein zu Kaffee, Kuchen und Bockwurst.

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