1. Für einen Abschied in Würde

    Helpuper Kirche und Räume für Trauernde eingeweiht

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    Oerlinghausen-Helpup (kd). Eine Trauerhalle keineswegs dunkel und ungemütlich sein. Dies beweist die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Helpup. Wer hier von seinen verstorbenen Angehörigen Abschied nehmen will, findet ein modernes, lichtdurchflutetes Gebäude vor. Damit sollen Trost und Zuversicht zum Ausdruck kommen. Mit einer feierlichen Andacht wurden die Räume eingeweiht.

    "Die alten Räume waren wirklich in die Jahre gekommen – eng, dunkel, unbeheizt", sagte Pfarrer Friedhelm Nachtigal bei der offiziellen Schlüsselübergabe. Da immer mehr Trauernde auf Abschiedsräume von Bestattern auswichen, sah sich die Kirchengemeinde veranlasst zu handeln. Der Kirchenvorstand wollte verhindern, dass der Umgang mit dem Tod in den privaten Bereich verlagert wird. Denn die Kirche wolle deutlich machen, "wo die Quelle der Hoffnung über den Tod hinaus liegt." In sechsjähriger Planungs- und Bauzeit sind jetzt zwei helle, freundliche, klimatisierte Räume mit 15 und 24 Quadratmetern entstanden. Der Platz zwischen dem Kirchengebäude, dem Kindergarten und der Grundschule solle signalisieren, dass der Tod zum Leben gehört. So werden regelmäßig Begegnungstage für die Grundschüler angeboten, sagte Nachtigal. Architekt Volker Crayen erläuterte, dass die Ziegelwand die Farbe der Kirche aufgreife. "Wie ein Schneckenhaus umschließt der helle Kubus die Abschiedsräume", sagte er. Von außen nicht einsehbar, können die Trauernden in einen kleinen Innenhof blicken und so in Ruhe Abschied nehmen. Obwohl hochwertige Materialien verwendet wurden, seien die geplanten Kosten eingehalten worden. Die Lampen können nach Belieben gedimmt werden, auf Wunsch kann auch die Musikanlage genutzt werden. In einem gekühlten Raum können weitere Särge aufbewahrt werden. An den Kosten von 240.000 Euro haben sich die Kirchengemeinde, die Stadt Oerlinghausen gemeinsam mit Leopoldshöhe sowie ein örtliches Bestattungsunternehmen zu je einem Drittel beteiligt. Bürgermeister Dirk Becker und der stellvertretende Bürgermeister von Leopoldshöhe, Manfred Burkamp, erklärten, dass die Schaffung der Räume sinnvoll sei. Ein Teil von Greste gehört zur Kirchengemeinde Helpup. Der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Reiner Möller, betonte, dass keine Kirchensteuern verwendet wurden. Die eingesetzten Finanzmittel sind nur vorgestreckt, sie müssen durch die Gebühren wieder hereingeholt werden. Für die 26 vorhandenen Stühle wurden private Spender gefunden. Bereits seit Februar sind die Abschiedsräume in Betrieb. Pfarrer Nachtigal betonte, dass Mitglieder aller Glaubensrichtungen und auch Konfessionslose die Räume nutzen können. Die Angehörigen erhalten einen Schlüssel und können die Räume so oft und so lange betreten wie sie möchten.

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