1. Beller rocken durchs Jubiläum

    Fulminante 25. Auflage des Freibad-Open-Airs

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    Horn-Bad Meinberg/Belle (pro). Für Beller war die Anreise ein Klacks, den Festival-Anfängern von außerhalb wiesen entlang der B239 lange Schlangen geparkter Autos den Weg: Zum 25. Mal lockten am Samstag Gitarrenklänge und kräftige, raue Stimmen Besucher aus dem ganzen Kreis Lippe und darüber hinaus ins Freibad des kleinen Dörfchens Belle.

    Der Samstag stand ganz im Zeichen härterer Töne –"aber nicht zu hart", wie Markus Hilker, Kopf der Open-Air-Projektgruppe im Trägerverein Freibad Belle, klarstellte. "In den letzten Jahren hat sich ein bestimmtes musikalisches Profil etabliert, nachdem wir zwischenzeitlich mit rückläufigen Besucherzahlen zu kämpfen hatten. Ganz klar rockig, aber nicht ausschließlich Metal." Für das "Silberjubiläum" des Festivals, welches seit 1992 einen Stammplatz im Freibadkalender hat, gelang es den Bellern erneut, hochkarätige Gäste zu engagieren: Den Abend eröffneten "Roots of the Moods" aus Reutlingen mit dem ehemaligen Beller Andreas an Mikrofon und Gitarre. Mit den Hardrockern von "Bonfire" betrat gegen 21 Uhr der Headliner die Bühne. Die Ingolstädter befinden sich gerade selbst auf Jubiläumstour zum dreißigjährigen Bestehen. "Da ist man aufeinander zugekommen. Wir freuen uns, dass Bonfire hier mitfeiern wollte", zeigte sich Markus Hilker glücklich über die Zusage. Rund 90 Minuten lang befand sich das Publikum zwischen Schwimmbecken, Spielplatz und Liegewiese fest im Griff energiegeladener Riffs und Texte. "Under blue skies" passte einerseits zur Witterung, beim genauen Hinhören entfaltete sich jedoch die kritische Botschaft des Stückes "Under blue skies – we all live in chains, but in Gods eyes, we remain the same", prangerte irdische Denkmuster an, während die Zugabe "SDI", ein Bandklassiker aus den 80ern, gegen Kriegsstrategien der USA im Kalten Krieg Stellung bezog. Als zweiter Headliner des Abends hatte zuvor die Gruppe "Crossplane" ihrer Ankündigung alle Ehre gemacht, und die Beller durch ungeschliffenen Rock mit deutlicher Punkattitüde ohne Berührungsängste auf den Fortgang des Abends eingestellt. Aufmerksam geworden war Markus Hilker auf das Quartett während ihres letztjährigen Auftritts in Wacken, wo er gleich den Auftritt beim Freibad-Open-Air in die Wege leitete. Nicht minder punkig ging es nach dem beeindruckenden Höhenfeuerwerk bei "Ackerbau & Viehzucht" zu: Nach ersten Headbanging-Einlagen bei "Bonfire" wagten einige Mutige bei den Altpunkern den ersten Pogo des Festivals, bevor mit "Alligator Rodeo" ein weiterer lokaler Act die Rocknacht beschloss. Der vorausgegangene Freitag war ebenso ein voller Erfolg: Nach dem Auftakt durch "Son Black and the Soulbound Liberation", verwandelte das Publikum von DJ Adam van Garrel – traditionsgemäß vor allem junges Partyvolk – am gleichen Tag zu später Stunde die Freibadwiese in eine große Tanzfläche. Wie in jedem Jahr leisteten alle Beteiligten ihre Arbeitsstunden in der Bierbude, als Bereitschaft der Feuerwehr oder an der Kasse ehrenamtlich, so dass der Erlös vollständig dem Erhalt des Beller Freibads zugute kommen kann.

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