1. Über 394 brandneue Bücher für die Leseratten

    Der Sommerleseclub der Stadtbücherei soll die Lust am Lesen wecken

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    Lemgo (nr). Eben waren die Bücherregale noch voller neu erworbener Bücher, inzwischen prangen große Lücken dazwischen. Richtig: der Sommerleseclub hat wieder begonnen. Bücher ausleihen und verschlingen und dann den Paten in der Bücherei mit eigenen Worten erzählen, was an der Geschichte so fesselnd war. Bis zum 27. August können junge Leseratten, die nach den Sommerferien mindestens in die 5. Klasse kommen, daran teilnehmen – und der Andrang ist groß. 394 brandneue Bücher hat die Stadtbücherei mithilfe der Sponsoren eigens für den Sommerleseclub anschaffen können. Dem entgegen gab es bis vergangene Woche Dienstag bereits fast 220 Anmeldungen. "Und zu unserer großen Freude und auch Überraschung, sind es dieses Jahr 40 Prozent Jungen, die mitmachen", freut sich Axel Koch, Leiter der Stadtbücherei Lemgo. "In den vergangenen Jahren hatten wir regelmäßig einen großen Mädchenüberschuss zu verzeichnen." Das Prinzip des Sommerleseclubs sei denkbar einfach, erklärt er: "Zielgruppe sind alle Kinder, die nach den Sommerferien mindestens in die 5. Klasse kommen. Nachdem sie ein Buch gelesen haben, erzählen sie an einem beliebigen Vormittag in der Bücherei den ‚Paten’, was sie aus dem jeweiligen Buch mitgenommen haben." Dabei gehe es nicht darum, wer die meisten Bücher liest oder eine detailgetreue Inhaltsangabe wiederzugeben, sondern schlichtweg darum, ob die Geschichte verstanden wurde. Wer dabei bleibt und mindestens drei Bücher schafft, wird zur Abschlussparty am 9. September um 16 Uhr ins Jugendzentrum im Haus am Wall eingeladen, wo eine Menge Preise und Aktionen winken. Und – mitmachen geht die kompletten Sommerferien hindurch. Die ausgewählten Bücher bilden einen Querschnitt durch den aktuellen Kinder- und Jugendbuchmarkt. "Es sind in diesem Jahr überwiegend Alltagsgeschichten", erklärt Axel Koch. "Und nicht immer können die Kinder und Jugendlichen in der Ausleihe ihre Wunschbände aus der gleichen Reihe bekommen. Da gilt es dann zu stöbern und zu entdecken und auch mal die Fühler nach ganz anderen Geschichten auszustrecken." Genau darum gehe es auch beim Sommerleseclub: Lesehunger und Spaß am Lesen wecken. Da gehören Bücher für Lesestarke genauso dazu, wie solche für eher Leseschwache. Um vorab schon neugierig zu machen, sind Büchereimitarbeiter im Vorfeld in die Grundschulen gegangen, um Bücher vorzustellen. "Dabei waren die Comics über Apple-Mitbegründer Steve Jobs ein richtiger Renner", weiß der Bibliothekar zu berichten. "Was nicht ankommt, sind Liebesgeschichten, in denen es nur ums Knutschen geht", fügt er lachend hinzu. Die große Resonanz auf den Sommerleseclub, der jetzt bereits ins neunte Jahr geht, ist groß. Auch die Zahl der freiwilligen "Paten", die vormittags für die Kinder und Jugendlichen da sind und für ihre Erzählungen ein offenes Ohr haben, ist ungebrochen. 35 Ansprechpartner sind ein großer Pool an Ehrenamtlichen, die sich diese Aufgabe teilen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Veronika Sauerländer freut sich ganz besonders über die große Spendenbereitschaft der Sponsoren, die jedes Jahr erneut dafür sorgen, dass die neuesten Kinder- und Jugendbücher den Weg in den Sommerleseclub finden. "Und für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre entfällt kein Beitrag für eine Mitgliedschaft", betont sie. "Nur ein Grund mehr, jungen Menschen den Zugang zu Büchern zu erleichtern."

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