1. Stift in Lügde fest etabliert

    Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtung feiert 20-Jähriges

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    Lügde (afk). Das "richtige" Jubiläum steht dem Johanniter Stift Lügde erst in fünf Jahren ins Haus. Das 20-jährige Bestehen aber feierte man jetzt schon mal in großem Rahmen mit den Bewohnern, Mitarbeitern und natürlich Gästen, darunter Landrat Dr. Axel Lehmann und Bürgermeister Heinz Reker. Aus einer anfangs von der Lügder Bevölkerung eher skeptisch beäugten Einrichtung ist inzwischen ein komplett akzeptiertes Haus geworden, das sich auf hohem Niveau in Pflege und Betreuung befindet. 70 Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Senioren und tragen wesentlich dazu bei, dass das Stift mittlerweile einen sehr guten Ruf genießt.

    Anfang der 90er Jahre war bei den Johannitern die Idee entwickelt worden, auch in Lügde eine eigene Alteneinrichtung zu schaffen. Bis dahin mussten alle Pflege- und Betreuungsbedürftigen in die Nachbarstadt Bad Pyrmont ziehen. Dass das kleine Lügde dabei in den Fokus des Johanniter Ordens geriet, hatte auch mit der Nachkriegshistorie zu tun, denn hier, in einem Hinterhaus der Zigarrenfabrik Schwering & Hasse, eröffnete der erste Ordenskanzler Graf von Arnim sein erstes Ordensbüro mit einem Tabaksortiertisch als Schreibtisch, wie der Kuratoriumsvorsitzende Jürgen von Olberg erinnerte: "Von hier lebte die Arbeit des als unbelastet angesehenen Ordens im Nachkriegsdeutschland wieder auf." Die Engländer gaben ihre Einwilligung und so wurde im April 1952 die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ins Vereinsregister des Amtsgerichts Bad Pyrmont eingetragen. 1986 erwarb die Stadt Lügde das Grundstück, auf dem später das Seniorenwohn- und Pflegeheim errichtet wurde. Von Olberg: "Die Johanniter erinnerten sich daran, dass hier in Lügde der Ort der Neubelebung des Ordens gewesen war und entschieden sich für diesen Standort." Heute ist es eines von insgesamt 94 Altenpflegeeinrichtungen im deutschlandweit tätigen Ordenswerk der Johanniter Seniorenhäuser GmbH. Die Johanniter-Unfall-Hilfe betreibt zusätzlich in Lügde die U3-Einrichtung "Storchennest" in Elbrinxen und die beiden Offenen Ganztagsschulen in Lügde und Rischenau. Der Start des in die Architektur der historischen Altstadt gelungen eingepassten Stifts in Lügde war allerdings holprig, erinnerte sich der damalige Einrichtungsleiter Herbert Voedisch, heute Regionalgeschäftsführer der Johanniter Seniorenhäuser GmbH: "Bei der Eröffnung am 28. Juni 1996 befand sich das Haus noch zum Teil im Zustand einer Baustelle. Die Belegungserwartungen erfüllten sich nicht, die finanzielle Situation war angespannt und die Bevölkerung fasste erst langsam Vertrauen." Hier halfen vor allem die Kirchengemeinden, die niedergelassenen Ärzte und Vereine durch ehrenamtliches Engagement, die Barrieren in der Bürgerschaft abzubauen. Das ist längst Geschichte. Die Festredner sprachen jetzt alle von einer akzeptierten und geschätzten Einrichtung, die aus der Stadt Lügde nicht mehr wegzudenken sei. Bürgermeister Reker als Kuratoriumsmitglied sprach von einer richtigen Entscheidung damals, in Lügde dieses Haus zu eröffnen, und von einem Gewinn für das Stadtbild. Er versprach, dass noch in diesem Jahr die bisher mit holprigem Pflaster belegte Seilerstraße, die häufig von den Bewohnern genutzt wird, Rollator- und Rollstuhlgerecht hergerichtet werde. Als Vertreter der Investoren lobte Klaus Egbers die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Johannitern und stellte fest: "Es ist erfreulich zu sehen, wie ein trockenes Investment eine menschliche Note erhält." Bei der Gelegenheit wünschten sich die Pächter einen neuen Hausanstrich. Egbers versprach: "Wir werden das wohlwollend prüfend." Die Einrichtungsleiterin Inga Francksen, die auch schon frühzeitig ins Haus kam und 2014 vom Johanniter Oden mit der Ehrennadel geehrt worden war, bedankte sich vor allem bei ihren Mitarbeitern: "Ihr Know how und ihr Einsatz in allen Betriebsbereichen haben zum Erfolg unserer Einrichtung beigetragen. Sie alle tragen dazu bei, dass hier Lebensqualität für die Bewohner Bedeutung hat und sie sich hier wohlfühlen." Sie lobte zudem die Möglichkeiten für die Mitarbeiter, sich weiterzubilden. Bei ihrem Rückblick auf die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre hob sie auch die grundsätzlichen verschärften Veränderungen in der Dokumentation und die Einführung der digitalen Systeme in allen Verwaltungsbereichen hervor und konstatierte: "Bits und Bytes unterstützen zwar unsere Arbeit, aber sie sind nicht die Grundlage unserer Arbeit." Landrat Dr. Lehmann verwies in seinem Grußwort darauf, dass es derzeit im Kreis Lippe rund 400 Pflegebetten zuviel gebe. Allerdings sei das vor allem auf die größeren städtischen Bereiche zurückzuführen und konstatierte: "In Lügde ist das anders. Dieses Stift hat eine besondere Bedeutung. Ohne diese Einrichtung sähe es im lippischen Südosten viel schlechter aus."

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