1. Holzhäuser für Flüchtlinge konnten besichtigt werden

    Stadt stellte Interessierten die Unterkünfte in Lieme vor

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    Lemgo (rto). Die Flüchtlingswelle im vergangenen Jahr hat die Kommunen nicht nur überrascht und überfordert, sie forderte auch sofortiges Handeln. In Lemgo entschlossen sich Rat und Verwaltung für eine Unterbringung in rund 100 Holzhäusern, die in verschiedenen Teilen der Stadt verteilt, aufgestellt werden sollten. 88 der bestellten Häuser wurden aufgrund der stark rückläufigen Zuweisungszahlen jetzt zunächst storniert. 12 Häuser entstanden in Lieme am Lehbrinksweg. Eine Familie aus Syrien mit fünf Kindern hat am Montag vergangener Woche bereits ein Haus bezogen. Die anderen Häuser wurden am Wochenende, vor dem Bezug der Flüchtlingsfamilien, der Öffentlichkeit präsentiert. Bürgermeister Dr. Reiner Austermann, Geschäftsbereichsleiter der Verwaltung, Frank Laukamp, und Beate Mozygemba, zuständige Mitarbeiterin für die Ausstattung von Unterkünften im Lemgoer Sozialamt, standen am Samstag den interessierten Besuchern für Fragen und zur Besichtigung der Häuser zur Verfügung. Die kleine Siedlung, die nach außen hin einen Ferienhaus-Charakter ausstrahlt, soll möglichst nur mit Familien belegt werden und bietet maximal für 79 Personen Unterkunft, so Frank Laukamp. "Mit der Unterbringung ausschließlich von Familien wollen wir eine sozialverträgliche Unterbringung fördern", so Bürgermeister Dr. Austermann. Da man beschlossen habe, die Unterkünfte in der Stadt zu verteilen, sei dies nur die erste Einrichtung. Sollten die Zuweisungen wieder steigen, werde man auch an anderer Stelle der Stadt solche Häuser aufstellen, fügte er hinzu. Ob allerdings der Wunsch die Liemer Häuser nur mit Familien zu belegen auch in Erfüllung geht, entscheidet die Bezirksregierung in Arnsberg. Von dort war allerdings bisher nur zu hören, dass man solchen Wünschen nicht nachkommen kann und die Zuweisung der Reihe nach erfolge.

    Die 12 Häuser im Lehbrinksweg kosten die Stadt rund 56.000 Euro das Stück, zuzüglich etwa 1.000 Euro für die nötigste Einrichtung, und sind, so Frank Laukamp, für einen längeren Aufenthalt gedacht. "Wenn eine Familie anerkannt wird, könnte sie hier auch wohnen bleiben, was dann allerdings zu einem Mietverhältnis führen würde", sagt der Bürgermeister. Ob es dazu kommt wird die Zeit zeigen. Denn, was von außen nach Urlaub aussieht, ändert sich in Inneren. Hier gibt es wirklich nur das Notwendigste. Selbst die Wände, grobe MDF–Platten, sind nur gekälkt. Ein einfacher Tisch im Wohnraum, dazu Feldbetten und einfache Stühle strahlen nicht unbedingt Gemütlichkeit aus. "Wir haben das gesetzlich vorgeschriebene und nötigste eingebracht. Klar, die Familien, müssen jetzt selbst für etwas Atmosphäre in ihren Unterkünften sorgen. Um dem Wildwuchs an Antennen entgegenzuwirken, gibt es aber in allen Häusern schon einen Satellitenanschluss", so Beate Mozygemba. Als am Samstag um 13 Uhr die öffentliche Besichtigung anstand, waren schnell um die 50 Anlieger und andere interessierte Personen vor Ort. Sofort sahen die Besucher, die kalte Realität der Inneneinrichtungen. Renate Wittke, direkte Nachbarin der neuen Anlage, zeigte sich erschrocken wie einfach die Häuser eingerichtet sind. "Ja, zunächst war mir etwas bange, als ich hörte, was hier entsteht. Aber jetzt erwarte ich ein gutes Zusammenleben", sagt die Frau. Dazu beitragen soll nicht nur der öffentliche Termin zur Besichtigung. Im unmittelbaren Umfeld der Siedlung hat sich, so war zu erfahren, eine Initiative gegründet, die sich verstärkt um die neuen Mitbürger kümmern will. Dazu gehört auch der Ortsausschuss Lieme.

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