Detmold (ab). Wie soll der geplante Wärmespeicher der Stadtwerke am Kronenplatz aussehen? Diese Frage sollten Bürger am Freitag beantworten. Zur Auswahl stehen drei Varianten. Die konnte man in der virtuellen Realität bereits besichtigen. Ein 22 Meter hohes rundes Gerüst – quasi als Modell im Maßstab 1:1 – vermittelte zudem einen Eindruck von der tatsächlichen Größe eines solchen Gebäudes.
Die drei Gestaltungsvarianten haben Professoren, Mitarbeiter und Studenten der Hochschule OWL in Detmold entworfen. Mit einer VR-Brille (VR steht für "Virtuelle Realität") kann man sich den Turm anschauen, als würde man tatsächlich davor stehen. Auch verschiedene Blickwinkel sind möglich. So sieht man den Wärmespeicher einmal auch aus der Ferne. In der virtuellen Realität steht man als Betrachter beispielsweise an der Wotanstraße in Höhe des Finanzamtes. Alle drei Varianten setzen auf Licht als Gestaltungselement und sehen eine Wendeltreppe vor, die hoch zur Aussichtsplattform führt. Damit spricht sie Professorin Mary-Anne Kyriakou aus der Seele: "Ich denke, es ist wichtig, dass Detmold eine neue architektonische Form und Design bekommt in diesem Teil der Stadt." Stadt und Stadtwerke leisten mit dieser Art der Bürgerbeteiligung Pionierarbeit. Es sei das erste Mal weltweit, dass VR-Modelle genutzt werden, um Bürger in die Planungsphase miteinzubeziehen, betonte Mary-Anne Kyriakou. Auch Dorli Herzog aus Detmold hat die Brille ausprobiert. Ihr gefällt die bunte Variante A (siehe Kasten rechts) am besten. Wichtig sei ihr aber, dass der Turm überhaupt gebaut wird: "Ich finde das ganz super. So etwas hat ja nicht jede Stadt". Stadtwerke-Geschäftsführer Christoph Hüls pflichtet ihr bei und scherzt: "Keinen Turm haben viele!" Denkbar ist aber tatsächlich auch Variante D: Der Turm wird ohne besondere Gestaltung und ohne öffentlichen Zugang an einem anderen Ort gebaut. Am Freitag haben sich die meisten Bürger für Variante C und B ausgesprochen. Version A ist weit abgeschlagen. Hüls könnte sich auch eine Kombination von B und C vorstellen. Am Ende spielt natürlich das Geld eine wichtige Rolle. Der Turm selbst wird die Stadtwerke rund 1,5 Millionen Euro kosten. Bei der Gestaltung kosten die anspruchsvollen Varianten A und B jeweils zwischen 100.000 und 120.000 Euro. Da bräuchte es weitere Sponsoren, sagt Christoph Hüls. Version C würde mit 40.000 bis 50.000 Euro zu Buche schlagen, das wäre im Budget inbegriffen. Im September soll die Entscheidung fallen; im Herbst 2017 könnte mit dem Bau begonnen werden. Wer sich selbst noch einen Eindruck verschaffen möchte, kann durch die VR-Brillen der Stadtwerke schauen. Eine gibt es im "Service im Rosental", die andere liegt in der Unternehmenszentrale am Gelskamp bereit. Bis Ende nächster Woche kann man – auch online – noch für seinen Favoriten stimmen. Variante C: Variante A. Variante B. Variante C. Grafiken: Hochschule OWL
