Horn-Bad Meinberg/Bellenberg (js). Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Peter Pan, dem Jungen, der niemals erwachsen werden möchte? Die Geschichte wurde schon auf so manch einer Bühne gezeigt, aber die Aufführung auf einer Freilichtbühne besitzt ihren ganz eigenen und besonderen Charme. Das Premierenwochenende begeisterte junge und erwachsene Zuschauer gleichermaßen.
"Peter Pan – Fliege deinen Traum", heißt die Musicalinszenierung von Benjamin Oehls mit Musik von Konstantin Wecker, in der gut 50 Darsteller die Bühne in Bellenberg in ein Land der Träume verwandeln. "Nimmerland" heißt dieses Land, in dem alles möglich ist und in dem Peter Pan (Merlin Jones) zusammen mit den verlorenen Kindern lebt. Sebastian Narhofer entführt die Zuschauer als Märchenerzähler in diese Welt, in der allein durch Gedanken alles möglich zu sein scheint. Doch eines Nachts verlässt Peter Pan mal wieder sein Nimmerland und fliegt in unsere Menschenwelt. Immer an seiner Seite die Fee Tinkerbell, die zunächst unsichtbar bleibt. Ihr Erscheinen wird nur durch Klänge und kleine pyrotechnische Einlagen angekündigt, was bei den Kindern sehr gut ankommt. Zusammen landen die beiden im Kinderzimmer von Wendy (Wiebke Jaeckel) und ihren Brüdern Michael (Mika Schmittgen) und John (Felix Albert). In Wendy sieht Peter Pan die Mutter für seine verlorenen Kinder und nimmt sie und ihre Brüder mit nach Nimmerland. Die eifersüchtige – und nun auch sichtbare – Tinkerbell ist davon gar nicht angetan und versucht alles, um Wendy schnell wieder loszuwerden. Gemeinsam singen sie sogar in einer Art Duell gegeneinander an. Doch eigentlich ist es nicht die eifersüchtige Fee, die eine Gefahr birgt, sondern der rachsüchtige und selbstverliebte Piratenanführer Captain Hook (Bastian Bühler), der mit einer Gefolgschaft von gut 20 Seeräubern Peter Pan endlich über die Planken jagen möchte. Imposant sein erster Auftritt – so als würde er eine große Schaubühne betreten, angekündigt von seinem etwas dusseligen Weggefährten Smee (Reinald Rohlfs-Blume). Überhaupt sind immer wieder kleine komödiantische Einlagen in das Stück eingebaut, die auch auf aktuelle Themen anspielen, so verschmäht Peter Pan das Erwachsenwerden unter anderem auch, weil er dann ja in die Rentenkasse einzahlen müsste. Einige Schlachten und Intrigen später wird dann am Ende doch noch alles gut. Und das ist auch dem Publikum zu verdanken, das im Verlauf der Aufführung immer wieder mit in das Geschehen einbezogen wird. Überhaupt gilt es an dieser Stelle, an allen Beteiligten ein großes Lob auszusprechen, auch den Bühnenbauern und all den Helfern im Hintergrund. "Peter Pan – Fliege deinen Traum" ist eine gelungene Inszenierung, die die Zuschauer, ob Jung oder Alt, mit viel Witz, Charme und tollen musikalischen Einlagen mitnimmt auf eine Reise ins Land der Fantasie. Wer sich selbst davon überzeugen möchte, hat dazu noch heute um 17 Uhr und morgen um 15 Uhr und dann wieder ab dem 27. August Gelegenheit.
