Lemgo (nr). Zu wenig Tore bei der Fußball-EM? Das jedenfalls fanden die Fans am Langenbrücker Tor nicht, als die deutsche Nationalelf am Sonntagabend mit einem satten 3:0 gegen die Slowakei das Viertelfinale erreicht hat. Und der Regen? "Was für Regen?", lachte einer der knapp tausend "Rudelgucker" kurz nach dem 1:0 durch Jérôme Boateng. "Ist eher ein lässiger Spaziergang mit Freunden."
Mitfiebern geht aber immer. Manchmal weniger um den Sieg, sondern um die Anzahl der Tore – wie am Sonntag zum Einzug ins Viertelfinale. So auch, als Mesut Özil den Elfmeter zum 2:0 verschoss. Dafür traf dann Mario Gómez in der 43. Minute zu eben diesem 2:0, bevor der "Mann des Spiels", Julian Draxler nach zwei genialen Torvorlagen das hochverdiente 3:0 schoss. "Draxler – unser Heheheld", war nach seinem Tor lautstark zu hören. Kurze Schreckmomente gab es auch: als Juraj Kucka`s Kopfball am Einsatz von Manuel Neuer scheiterte. "Ach was, locker bleiben", meinte Sven, der immer noch ungerührt sein Bier in der Hand hielt. "Sowas hält Neuer mit links." Die Fangemeinde war mehr als zufrieden mit der Leistung des Kaders und da war es egal, ob auf den Bänken vor der riesigen Leinwand oder mit einem Bierchen unter den Vordächern der verschiedenen Buden. Der Regen in der ersten Halbzeit vertrieb nur eine Handvoll Fans. "Vielleicht ohnehin Fans der gegnerischen Mannschaft", meinte einer der Schwarz-Rot-Gold-Träger schulterzuckend. "Oder nur wasserscheu." Die Deutschlandfarben sah man übrigens nur vereinzelt: gemalt auf Wangen, als Mützen, Girlanden oder gar Häschenohren. Vielleicht wird es davon ab dem Viertelfinale mehr geben, denn jetzt steigt das Fußballfieber weiter. Das nächste Spiel der deutschen Nationalelf ist am Samstag – gegen Italien und wird natürlich auch wieder live am Langenbrücker Tor übertragen. "Das wird härter", kam von zwei Fans nach dem Spiel. "Unsere Jungs packen das aber."
