Detmold (la). Es ist vermutlich der einzige evangelische Gottesdienst, der in Lippe zum Feiertag "Mariä Heimsuchung" stattfindet. Dieser kleine Feiertag ist - auch aus einem antikatholischen Reflex heraus - in den letzten Jahrhunderten verschwunden. Die biblische Lesung des Tages erzählt, wie Maria, mit Jesus schwanger sich aufmacht zu Elisabeth, die mit Johannes in Umständen ist und wie sich die beiden Mütter begegnen. Am Ende der Geschichte steht der Lobgesang der Maria, das oft vertonte "Magnificat", mit dem Maria den Gott lobt, der einen besonderen Blick für die Menschen ganz unten hat. Bach hat diese Geschichte mit seiner Kantate "Herz und Mund und Tat und Leben" BWV 147 vertont.
Im Rahmen der Reihe "Freitags mit Bach" wird am 1. Juli, ab 17 Uhr, diese Kantate eingespielt. Sie wird mit Lesungen, Predigt, Gebet und Segen begleitet. Die Predigt versucht aufzuzeigen, wie gerade in der Gestalt der Maria die jüdische Herkunft Jesu und damit die grundlegende Verbindung von Juden und Christen sichtbar wird. Natürlich dürfen dabei Gemeindelieder wie "Maria durch ein Dornwald ging" oder "Es kommt ein Schiff geladen" nicht fehlen. Die Predigt hält Pfarrer Maik Fleck.