1. Die guten Geister von Lemgo

    10 Jahre Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst

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    Lemgo (ag). Der Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Lippe e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht Menschen mit schwersten Erkrankungen und ihre Angehörigen mit seinen vielfältigen Hilfsangeboten zu stärken. Zahlreiche Ehrenamtliche stehen den insgesamt sieben hauptamtlichen Kräften in Lippe dabei zur Seite. Seit nunmehr 10 Jahren hat der Verein auch ein Büro in der Alten Hansestadt und das will gefeiert werden: Am kommenden Samstag, 2. Juli, laden Stefanie Bebermeier und Birgit Bleibaum, die beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle, und der Vorstand des Vereins in der Kramerstraße 10 von 10 bis 14 Uhr zum Tag der offenen Tür ein.

    Wichtig und oft nachgefragt ist im Lemgoer Büro des Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes Lippe die Unterstützung beim Erstellen einer Patientenverfügung, denn: je präziser ein Wille deutlich gemacht wird, umso größer sind die Aussichten, dass er im Ernstfall Beachtung findet. Seit Anfang des Jahres bietet der gemeinnützige Verein in Lemgo sogar mobile Ethikberatung an. Sie ist Anlaufstelle und Vermittler, wenn Konflikte in schwierigen Entscheidungsfragen oder Versorgungssituationen zwischen Angehörigen und Ärzten oder Heimen auftreten. Sie prüft – auf Wunsch der Angehörigen – mit allen Beteiligten, ob eine Therapie überhaupt Sinn macht. Die Mitarbeiterinnen der Lemgoer Beratungsstelle lassen auch Hinterbliebene nicht allein. Für trauernde Angehörige wurden das Trauercafé und eine offene Trauergruppe eingerichtet. Das Hauptaugenmerk der Mitarbeiter des Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes Lippe e.V. liegt aber darauf Menschen mit schwersten Erkrankungen und Sterbenden beizustehen, sie zu begleiten und deren Angehörige unterstützen. Die etwa 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter des Lemgoer Büros besuchen schwerstkranke Menschen nicht nur zu Hause, sondern auch in verschiedenen Pflegeeinrichtungen, der Stiftung Eben-Ezer und im Klinikum Lemgo. Sie alle wurden für die Begleitung von Sterbenden geschult. Aber wie kann man Schwerstkranken und ihren Familien helfen? Das ist sehr unterschiedlich und um das herauszufinden spricht Birgit Bleibaum, Hauptamtliche Mitarbeiterin des Beratungsdienstes in der Alten Hansestadt, mit den Betroffenen. Sie koordiniert die Einsätze der Ehrenamtlichen und muss dazu einiges wissen: Was sind die Interessen des Hilfesuchenden? Welcher Ehrenamtliche könnte zu ihm passen? Wie oft wird Unterstützung benötigt? Und in welcher Form? Birgit Bleibaum ist sich sicher: "Die meisten Angehörigen sind sehr flexibel und unglaublich dankbar für jede Hilfe." Manche der pflegenden Angehörigen möchten einfach einmal in der Woche raus, etwas Kraft tanken – vielleicht zum Sport – können ihren Partner aber nicht alleine lassen. Da wird selbst ein kleiner Einkauf zu einem großen Problem. Genau hier kommen die guten Geister des Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes Lippe e.V. zum Einsatz. Sie helfen da, wo sie gebraucht werden. "Es wurde sogar schon mal ein Besuch eines Schwerstkranken auf dem Weihnachtsmarkt möglich gemacht, den die Angehörigen sich nicht zugetraut haben", lächelt die Mitarbeiterin des Beratungsdienstes versonnen. Dann fügt sie mit festem Blick und tiefer Überzeugung hinzu: " Aber das ist eine Ausnahme. Begleiten bedeutet oft: einfach da zu sein, Zeit zu schenken und auszuhalten."

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