Detmold (la). Das Detmolder Kammerorchester (DKO) ist bekanntermaßen regelmäßig mit hochkarätigen Solisten auf dem Podium zu erleben. Für das Saisonabschlusskonzert am Dienstag, 28. Juni, ab 19.30 Uhr, im Konzerthaus der Musikhochschule hat das Orchester nun gleich drei Solisten zu Gast: Thomas Christian (Violine), Alexander Gebert (Violoncello) und der Künstlerische Leiter des DKO, Alfredo Perl (Klavier). Allesamt als Professoren an der Musikhochschule tätig, blicken die drei Künstler jeweils auf eine rege Solistenkarriere mit namhaften Orchestern. Für das Konzert mit dem DKO haben sie sich nun als Trio zusammengefunden.
Zwei Raritäten der Konzertliteratur hat das DKO für dieses Konzert ausgewählt: Ludwig van Beethovens "Tripelkonzert" op. 56 und das Concertino für Klaviertrio und Streichorchester von Bohuslav Martinů. Hinzu gesellt sich Beethovens 1. Sinfonie op. 21. Beethovens recht selten in den Konzertsälen zu hörendes Tripelkonzert ist in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit. Es ist das einzige Werk, das er für drei Solisten komponiert hat. Zugleich ist es in seinem Œuvre neben zahlreichen Klavier- und Violinkonzerten das einzige, in dem ein Solo-Cello brillieren kann. Komponiert 1804 kam es ungewöhnlicherweise erst vier Jahr später zur öffentlichen Uraufführung. Ein Probedurchlauf im Entstehungsjahr fand allerdings im Rahmen einer privaten Aufführung im Musiksaal des Wiener Lobkowitz-Palais (einem Gönner und Förderer Beethovens) statt. Beethoven selbst übernahm hierbei den Klavierpart. Gemeinsam mit dem Klavier formen Violine und Violoncello ein konzertierendes Trio, begleitet durch das Orchester. Ein besonderes Solokonzert, das seine Vorbilder in der Sinfonia concertante findet. Aufblühend in Paris des späten 18. Jahrhunderts wurde diese Konzertform durch Haydn und Mozart stilbildend geprägt. Mozarts Concertante für Bläser oder seine Sinfonia concertante für Violine und Viola sind zwei der berühmtesten Vertreterinnen dieser Gattung. Auch in Martinůs "Concertino" agiert das Klaviertrio als klassische Solistengruppe. Allerdings stellt Martinů ihm ein begleitendes Streichorchester zur Seite und referiert damit auf Vorbilder wie Corelli, Vivaldi oder Johann Sebastian Bach und die gängige Praxis der Barockära. Die Leitung für Martinůs Concertino liegt in den Händen der jungen Nachwuchsdirigentin Hye Ryung Lee. In Seoul geboren, war sie zunächst an der Nationaloper in Korea und am Seoul Art Center als Korrepetitorin tätig bevor sie 2012 an der Detmolder Musikhochschule ein Dirigierstudium aufnahm. Seit dieser Spielzeit ist sie am Landestheater als Solorepetitorin mit Dirigierverpflichtung tätig. Karten zu 24/20/12 Euro (ermäßigt 12/10/6 Euro) sind zu beziehen über die Tourist-Information am Markt in Detmold sowie online über "www.detmolder-kammerorchester.de" oder an der Abendkasse. Eine Konzerteinführung wird um 18.30 Uhr im Gartensaal im Palais der Hochschule für Musik angeboten. Am 23. Oktober beginnt mit dem 1. Abonnementkonzert die Konzertsaison 2016/2017 des DKO. Weitere Informationen zu kommenden Konzertterminen sind ab Ende August der Homepage "www.detmolder-kammerorchester.de" zu entnehmen; ebenso erscheint dann das aktuelle Spielzeitheft und es beginnt der Abonnementverkauf über das Orchesterbüro.