Schieder/Brakelsiek (la/lig). Im Schlosspark Schieder wurde jüngst eine Rotbuche gefällt und auch für eine markante Rotbuche in Brakelsiek rückt demnächst die Säge an. Beide Bäume haben einen Pilzbefall, der sie massiv geschädigt hat. Die Stadtverwaltung hat daher entschieden, zur Sicherheit der Bürger, wie sie selbst betont, die Bäume zu fällen.
Im Zuge der regelmäßigen Baumkontrolle im Herbst 2015 wurden an den über 3000 kontrollierten Bäumen an den Straßen, den Parkanlagen, den Friedhöfen und anderen städtischen Grundstücken unterschiedliche Schäden und Gefahrenstellen festgestellt, teilt Klaus Beckmeier von der Stadtverwaltung mit. Einzelne Bäume wurden im Herbst gefällt, an anderen wurden notwendige Baumpflegearbeiten durchgeführt. Nachdem die Bäume wieder grün geworden sind, sei für die Beurteilung an sehr großen und schwierig zu beurteilenden Bäumen ein Baumgutachter hinzugezogen worden. Eine gründliche Sichtprüfung und die Entnahme von Holzproben brachten Aufschluss über die Stärke der Schäden. An der großen Rotbuche im Schlosspark westlich des Butterborns unmittelbar am viel genutzten Weg Richtung Ortskern wurde ein Brandkrustenpilz festgestellt. "Dieser Schadpilz ist unauffällig, er zeigt ein Bild ähnlich angebranntem Holz. Der Pilz breitet sich am Stammfuß und an den Wurzeln kaum erkennbar sehr schnell aus, in der Folge können befallene Bäume sehr plötzlich umstürzen", so Beckmeier. Nach Beurteilung des Baumsachverständigen wurde die Entscheidung getroffen, die ungefähr 120 Jahre alte Buche möglichst schnell zu entfernen. Nach der Fällung sei erkennbar gewesen, dass bei einem Stammdurchmesser von 120 Zentimetern an der Schnittstelle nur noch 15 Zentimeter gesundes Holz erkennbar waren. "Die Rotbuche wäre im Laufe des Jahres mit hoher Wahrscheinlichkeit umgestürzt", führt Beckmeier weiter aus. Bei anderen überprüften Bäumen sei der Baumgutachter zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Fällung nicht sofort notwendig sei. Diese Bäume würden in kurzen Abständen überprüft und bei Notwendigkeit ebenfalls gefällt. Dazu gehört eine große Lärche nördlich des Prinzenhauses, an der ein sehr auffälliger Schwefelporling gut zu erkennen ist. Der Schwefelporling zersetzt das Holz des befallenen Baumes ebenfalls, aber deutlich langsamer. Ebenfalls sehr genau beobachtet und vermutlich in den nächsten Jahren gefällt werden muss die enorm große, ortsbildprägende Rotbuche am Weg von der Sehlbergstraße in Richtung S-Kurve (Forsthaus Brakelsiek). Diese Buche am Standort des früheren Schießhäuschens ist ebenfalls von einem Pilz befallen, vermutlich einem Riesenporling. Dieser Pilz breitet sich im Sommer und Herbst gut sichtbar am Stammfuß aus und zersetzt diesen. Erste trockene Spitzen im Astwerk der Krone zeigen, dass der Baum geschwächt ist. Es sei sehr schade, dass solch große Bäume nicht erhalten werden können, betont Beckmeier. Für die Stadt Schieder-Schwalenberg stände die Sicherheit der Bürger und der Gäste aber an oberster Stelle, so dass im Zweifelsfall nicht standfeste Bäume sofort gefällt würden. In Brakelsiek werde nach der Fällung eine neue Rotbuche gepflanzt.