1. Siedlungsfest und 
Nachbarschaftstreffen

    60 Jahre gute Nachbarschaft und guter Zusammenhalt

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    Bad Salzuflen/Wülfer-Bexten Nord (dib). Beim dreitägige Nachbarschafts- und Siedlungsfest wurde kürzlich gefeiert. Vor 60 Jahren entstanden an der Nord- und Weststraße die ersten Siedlungshäuser für Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Schlesien, Ostpreußen und Pommern. Der erste Neubau war jedoch die Kirche, die bereits 1955 fertig war. "Weil es bis dahin keine Kirche gab, mussten die Bürger aus Bexterhagen, Bexten und Knetterheide zum Gottesdienst bis nach Schötmar", erklärte der Ortsvereinsvorsitzende Manfred Hiltergerke. "Deshalb hatten sich die Gemeinden darauf verständigt, an der Nordstraße als zentralen Ort eine Kirche zu bauen." Die Familien Köhler, Buschkamp, Kirchner, Pankoke, Reimann, Kwasny, Neumann, Schalk/Gleisner, Huppa, Horn, Stief, Müller, Wolf, Hartmann, Otte und Fliege fanden danach an der Weststraße eine neue Heimat, die Familien Gillner, Jorban, Mandelke, Kösters und Lambracht an der Nordstraße. Im Rahmen des Siedlungsfestes und Nachbarschaftstreffens 60 Jahre Wülfer-Bexten Nord wurden sie von der stellvertretenden Bürgermeisterin Beate Hoffmann-Hildebrand mit einer Urkunde geehrt.

    Um dort bauen zu können, mußten sie einen Siedlerschein vorlegen, der bestätigte, daß sie in ihrer alten Heimat Land besessen hatten. Elisabeth Gillners Sohn Helmut, der sich damals als Maurerlehrling im dritten Lehrjahr befand, und neben seiner Lehre einen großen Teil des Innenausbaus selbst vorgenommen hatte, konnte beim Siedlungsfest noch das Originaldokument seiner Mutter zur Bewilligung eines "Aufbaudarlehens zur Errichtung einer landwirtschaftlichen Nebenerwerbsstelle im Rahmen des Siedlungsverfahrens Wülfer-Bexten" in Höhe von 10.000 Deutsche Mark vorzeigen, daß der Familie außerdem ein Grundstück in der Größe von 0,1850 Hektar (1.850 Quadratmeter) zugewiesen hatte. "Ich weiß noch, daß wir Weihnachten 1956 schon im neuen Haus gefeiert haben", sagte er. Voraussetzung für die Ansiedlung an der West- und Nordstraße war die Selbstversorgung. Es mußten Schweine, Hühner, Kaninchen und Pferde gehalten werden. Außerdem war der Anbau von Obst und Gemüse Pflicht. "Die Siedler bildeten damals eine eigene Gemeinschaft. Die Annäherung an die angestammte Bevölkerung hat rund zehn Jahre gedauert, woran die Kinder der Siedler bedingt durch den Schulbesuch einen wesentlichen Anteil beigetragen haben", so Hiltergerke weiter. "Heute merkt man aber, daß trotz der hohen Altersstruktur in der Siedlung Leben ist." Das bestätigt auch die stellvertretende Bürgermeisterin, die bei der Ehrung der Erstsiedler sagte: "60 Jahre gute Nachbarschaft und 60 Jahre guter Zusammenhalt – der Ortsteil hat eine positive Entwicklung genommen." Das Nachbarschafts- und Siedlungsfest, das regelmäßig alle drei Jahre stattfindet und in diesem Jahr von Marion und Michael Huppa, Gerhard Gunkel, Manfred Hiltergerke, Peter Schultz und Lothar Schwier organisiert wurde, begann am Freitag mit einem Klönabend und "Rudelgucken" beim Eröffnungsspiel der Fußball-EM, das sich rund 150 Anwohner nicht entgehen ließen. Neben der Ehrung der Erstbewohner gab es am Sonnabend Spielangebote für die Kinder und Zauberspaß für Jung und Alt mit Magier Ralf. Am Sonntag marschierte der Spielmannszug Blau-Weiß Kalletal durch die Siedlung und sorgte so für Stimmung, Mutige konnten sich beim Bullenreiten versuchen und die Jazztanzgruppe Bexterhagen begeisterte die Zuschauer.

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an