Lemgo (la). Mit einer Matinée wurde am vergangenen Sonntag ein neues Kabinett im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake eröffnet. Dieser Ausstellungraum ist dem barockzeitlichen Schloss Brake gewidmet. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erlebte die Residenz an der Bega eine kulturelle Blütezeit, die an das glanzvolle Hofleben unter Simon VI. zur Lippe um 1600 anknüpfte. So wurde unter Graf Casimir zur Lippe-Brake (1627-1700) der Ostflügel des Schlosses umgestaltet, an dessen Hofseite noch heute sein Wappen prangt. Der alte Lustgarten wurde in eine symmetrische Barockanlage umgestaltet. Im frühen 18. Jahrhundert wurden die Innenräume des Nordflügels mit prächtigen Stuckdecken versehen und es entstand ein neuer Marstall.
In dem neuen Kabinett sind Zeugnisse barocker Wand- und Deckendekorationen sowie Porträts von Angehörigen des lippischen Grafenhauses zu sehen. Höhepunkt der neuen Präsentation ist ein französischer Bildteppich mit einer galanten Schäferszene – eine Dauerleihgabe der Staff-Stiftung, Lemgo. Prunkstücke wie diese zählten neben Gemälden, Möbeln, Kronleuchtern und Porzellanen zur typischen Ausstattung von Barockresidenzen und dürften sich auch auf Schloss Brake befunden haben. Nach einer Begrüßung durch Dr. Doreen Götzky, Kulturabteilungsleiterin des Landesverbandes Lippe, lässt Dr. Michael Bischoff vom Weserrenaissance-Museum diese für Brake wichtige Epoche in einer kleinen Einführung lebendig werden. Das Barockkabinett ist jeden Samstag und Sonntag im Rahmen des Museumsrundgangs zugänglich, außer am jeweils 1. Wochenende des Monats.
