Detmold (gh). Die Weerth-Schule hat kürzlich ihre "mobile Waldschule" eingeweiht. Untergebracht ist sie in einem nagelneu gebauten Bauwagen, in dem künftig Schülerinnen und Schüler, aber auch Kita-Kinder lernen und forschen können. Der Clou dabei war, dass die Grundschüler mitbestimmen konnten, wie der Bauwagen von innen aussehen soll.
Gemeinsam mit Studenten der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur (Hochschule OWL) wurde vor längerer Zeit ein Konzept entwickelt – mit den Kinder als "Bauherren" und den Studenten als Planern. Insgesamt nahmen 20 Schüler der dritten und vierten Klassen an dem Entwurfsprojekt teil. In verschiedenen Workshops tüftelten sie wochenlang. Auch Ideen vom Kinderrat, in dem alle Klassen vertreten sind, wurden aufgenommen. Dabei wurde zum Beispiel an die Vermeidung von Tropenhölzern und an die Regenwassergewinnung sowie an Naturmaterialien gedacht. Neben den Grundschülern beschäftigten sich insgesamt 15 Studenten von Professorin Eva Filter (Lehrgebiet Wohnen) mit der Inneneinrichtung des Bauwagens und stellten ihre Entwürfe vor. Dann wählten Kinder und Lehrer, welches Konzept in die Realität umgesetzt wird. Der Entwurf von Maja Rokohl überzeugte und bekam die Zusage. Viele Aspekte und ein umfangreicher Ideenreichtum der Grundschüler flossen in die Baugestaltung ein und zeigten, dass es nicht nur ein nützlicher Bauwagen ist, sondern mit vielen interessanten, lehrreichen und umweltgerechten Ideen und Dingen verknüpft ist. Er hat drei Fenster, eins davon zum Schieben, und er ist sehr raffiniert ausgestattet: unter anderem mit Hockern, Klapptischen, einem Arbeits-Tischchen mit Mikroskop und einer "Seil-Gardrobe". Hier hängen die besonderen Arbeitswesten an selbstgemachten Seilen, damit alles seine Ordnung hat, auf engstem Platz. "Ganz besonders wünschten sich die Kinder eine "Küchenhexe", das ist kein kleiner Ofen-Herd, damit auch Tee gekocht werden kann", erzählte Schulleiterin Iris Hansmann. Dieser tolle "Lern- Bauwagen" wurde im Rahmen einer offiziellen Feierstunde und in Verbindung mit dem kulturellen Abend der verschiedenen Nationalitäten getauft auf den Namen: "Mobile Waldschule". Mobil ist er, da er über eine Anhängerkupplung verfügt und gemietet werden kann, von Schulen und Kitas. Erster Mieter ist die Kita "Rolli Raupe". Zum "kulturellen Abend der Vielfalt" waren viele Ehrengäste erschienen, und Abwechslung brachte ein gemischter Chor unter der Leitung von Hans Hermann Janzen, sowie das "Wellentruper Streicherquartet". Außerdem referierte Nadine Radionovs zum Thema Naturpark Teutoburger Wald (Kooperationspartner der Weerth-Schule) und zeigte spannende Dinge, die Kinder im Wald sehen, erleben und erkunden können. Susanne Haferbeck zeigte in einer Dia-Show, was die Kinder am "Rolfschen Hof" erfahren und lernen können. Zum Abschluss konnten alle Gäste am umfangreichen "Buffet der interkulturellen Spezialitäten" viele Speisen probieren. "Eine tolle Möglichkeit, mal die Nationalspeisen aus unterschiedlichen Ländern kennenzulernen", war Iris Hansmann begeistert. So gab es neben den typisch deutschen Nußecken, Lippischem Pickert und Erdbeeren unter anderem Humus, Blinis, Bulgur-Salat, Fladenbrot, texanische Guacamole und auch süße Köstlichkeiten.
