1. Haste da noch Töne ...?

    Proppevolle Räume beim OWL-Familien-Musikfest

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    Detmold (kh). Musikalische Nachwuchsarbeit ist seit einigen Jahren vielerorts Modeerscheinung. Nicht so bei der Philharmonischen Gesellschaft OWL. Dort hat es schon Tradition, Kindern, Jugendlichen und Familien spannende Möglichkeiten zu bieten, Musik zu entdecken und aktiv auszuprobieren. Seit mehr als einem Jahrzehnt nämlich lädt das Team um Organisator und Geschäftsführer Thomas Trappmann an wechselnden Orten zum OWL-Familien-Musikfest ein. Die jüngste Auflage des Festes ging nun in Detmold über die Bühne. Bespielt wurden der Campus der Hochschule für Musik mit Palais, Konzert- und Schlagzeughaus sowie das Detmolder Sommertheater und die Musik-Kita in der Gartenstraße. Reichlich Platz also für eine Begegnung der vielfältigsten Stilrichtungen und Musik-Formationen und für ein Zusammenkommen von Alt und Jung, von Profimusikern und Nachwuchskünstlern. Und zugleich ein Plädoyer dafür, dass Musik nicht nur ein zentraler Bestandteil unserer Kultur ist, sondern auch ein wichtiger Aspekt bei der Entwicklung von Kindern.

    Viele, viele waren es, die gekommen waren, um zum Erfolg des Musikfestes beizutragen; darunter insbesondere Studenten und Dozenten der Hochschule für Musik Detmold, die als Kooperationspartner der Philharmonischen Gesellschaft OWL federführend bei der Programmgestaltung mitarbeiteten. Wie ihnen war es auch allen anderen Mitwirkenden – wie die Junge Philharmonie Ostwestfalen-Lippe, die Johannes-Brahms-Musikschule Detmold, das private Musikzentrum Detmold und eine Reihe von Schulen aus Detmold, Lage und Bielefeld sowie eine Gruppe der Lebenshilfe Detmold – ein Anliegen, die Besucher mit geradezu ansteckender Begeisterung auf eine Entdeckungsreise durch die Welt der Musik und Instrumente mitzunehmen. Ohne solide finanzielle Basis – zumal der Eintritt frei war – ist so eine großangelegte Unternehmung freilich nicht realisierbar: Und so dankte Trappmann dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Stiftung Standortsicherung Lippe, der LTM GmbH, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, die entsprechenden Mittel zum Gelingen des klangvollen Tages beigesteuert zu haben. Kaum war der Startschuss gefallen, sah man allerorts kleine Gesangstalente und freudig aufgeregte Nachwuchsinstrumentalisten sich mit Studenten und gestandenen Musikern aller Couleur auf den verschiedenen Podien abwechseln: Schülerensembles und Jugendbands, Chöre, Rock- und Pop-Combos, Profistimmen und solche, die es werden wollen sowie das Orchester der Jungen Philharmonie lieferten den Besuchern zwischen 11 und 20 Uhr ein durchgehendes Programm. Sie alle traten damit den Beweis an, dass nicht nur der scheinbar allgegenwärtige Konsum von Musik eine der bevorzugten Freizeitbeschäftigungen der "Jugend von heute" ist, sondern ein ganz fester Bestandteil auch das aktive Musizieren. Aktiv dabei sein und nicht nur konsumieren – das konnten auch die unzähligen Festgäste. Rappelvoll waren die Räume. Kein Wunder. Schließlich gab es eine reizvolle Auswahl von Workshops, die nicht nur Neueinsteiger, sondern auch alte Hasen dazu verführte, Klang- und Spielwelten zu entdecken. Spannende Mitmachangebote animierten Groß und Klein dazu, selbst kreativ zu werden und ließen die Besucher Musik, Tanz und Gesang intensiv erleben. Laut, leise, wild und ruhig. Unterhaltsam und lebendig. Niveauvoll, aber ganz ohne Schulmeisterei. Denn nicht bekehren, sondern Neugier wecken, wollen die Initiatoren. Lockere Begegnungen bieten statt langes Stillsitzen in "schwerem" Konzert. Entspannten Genuss ermöglichen statt stressiger Paukerei faktischen musikalischen Wissens. Emotionen wecken. Zum Träumen verleiten. Zum Lachen anregen. Live und ohne Playback. Beste Voraussetzungen dafür, nicht nur die Ohren, sondern auch das Herz für (klassische) Musik zu öffnen. Nachwuchsarbeit, die beispielhaft ist. Und die begeistert.

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