1. Exotisch, spannend, fröhlich und weltoffen

    Lügder Tempel erlebte beim Kulturfest die Zeremonie der Grundsteinlegung

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    Lügde (afk). Was bei der Premiere vor drei Jahren noch als ein eimaliges exotisches Erlebnis angesehen gewesen sein mag – das Fest "Thailand in Lügde" hat sich zu einem Höhepunkt im kulturellen Leben der Emmerstadt entwickelt. Zum vierten Mal hatte der im Vereinsregister eingetragene thailändische Kulturverein "Wat Charoen Dham" zu einem Fest eingeladen und es ist festzustellen, dass die anfänglichen Berührungsängste zwischen den Kulturen fast komplett gefallen sind. Mehr als zweitausend Besucher, davon mehrere hundert Thais aus ganz Europa und 17 Mönche, die direkt aus Thailand kamen, gaben diesem Fest ebenso ein besonderes Gepräge wie auch die Anwesenheit der thailändischen Botschafter aus Berlin, Nongnuth Phetcharatana und des Generalkonsuls aus Frankfurt, Chimsamran. Der Grund für so viel Aufmerksamkeit lag in der Grundsteinlegung für den neuen Tempel in den Lügder Brunnenstraße – eine für Buddhisten ganz bedeutsame Zeremonie.

    Neun große vergoldete, mit angehefteten Wünschen bestückte Kugeln wurden unter Gebeten der Gläubigen in Schächten am Tempel versenkt. Das warme Orange der Mönchsgewänder gab dieser außergewöhnlichen Zeremonie ein besonderes pittoreskes Flair. Viele Lügder verfolgten dieses einmalige Erlebnis an einem Gebäude, das bis vor einigen Monaten noch eine einfache Scheune gewesen war. Mit Unterstützung von heimischen Firmen wurde aus dem schmucklosen Holzhaus ein prachtvolles Gebäude. Nicht nur das tiefe Dunkelrot der Außenfassade, sondern auch die Giebelverzierungen heben es aus der übrigen Nachbarschaftsbebauung heraus. Sein spezieller Charme zeigt sich dann auch im hellen, schon reichlich mit thailändischer Kunst verzierten Inneren, das nur ohne Schuhe betreten werde darf. Auch wenn der Tempel noch nicht endgültig fertiggestellt ist – es ist ein ganz besonderes Bauwerk, das auch große Bedeutung für die Buddhisten besitzt: Im Umkreis von 300 Kilometern ist das nunmehr der einzige geweihte Tempel, in dem jetzt auch Mönche ausgebildet werden können. Die nächste spektakuläre Aktion ist schon terminiert: Am 4. Juli wird eine 2,5 Tonnen schwere Buddha-Statue, die bereits in Thailand auf den Weg gebracht worden ist, in Lügde eintreffen und in den Tempel gehievt. Am 10. Juli ist dann die offizielle Einweihung geplant. Der Vorstand des kleinen, aber sehr agilen thailändischen Kulturvereins, hatte mit seinen Mitgliedern einen wahren Kraftakt an persönlichem und auch finanziellem Engagement, an den Tag gelegt, um dieses Fest in dieser Umgebung feiern zu können. An zahlreichen Ständen auf dem vom Verein erworbenen 6.000 Quadratmeter großen Gelände konnten sich die Besucher mit der Kultur und vielen weiteren Facetten des fernöstlichen Landes befassen. Natürlich kam auch die Gastronomie nicht zu kurz und der ein oder andere ließ sich auch bei einer Thai-Massage behandeln. Die Mitglieder, die zum Teil schon seit Jahrzehnten in Deutschland leben, stellten sich gern den Fragen der Besucher du gaben umfassend Auskunft über Sitten und Gebräuche. Die für unseren Kulturkreis zunächst eher fast schon befremdliche Form der Höflichkeit und die immense Freundlichkeit der Thais schufen dabei ein entspanntes Klima, das es leicht machte, sich hier wohlzufühlen. Frank Ohms, der den Tempelbau als Zimmereifachbetrieb betrieb, ist begeistert: "Das ist eine so friedliche und freundliche Atmosphäre, ob mit den Mönchen oder auch mit den Vereinsmitgliedern- das macht einfach unheimlich Spaß." Und auch die Nachbarn zeigen sich von ihren außergewöhnlichen neuen Nachbarn angetan. Reinhard Kurz: "Sie sind immer freundlich und hilfsbereit. Sie laden uns ein – eine tolle Nachbarschaft." An den beiden Festtagen traten auf der eigens errichteten Bühne mehrere thailändische Tanzgruppen aus Hannover, Paderborn, Gütersloh und Detmold auf. Moderiert von einem charmanten Moderatoren-Paar aus Hildesheim bot sich den Zuschauern ein buntes Programm. Nach Landessitte wurden die Tänzerinnen mit Blütenkränzen für ihre Leistungen belohnt und eine Schönheitskönigin zur "Miss Wat Charoen Dham" vom Publikum gewählt. "Wir sind erfreut darüber, dass Lügde unsere Kultur so freundlich aufgenommen hat", sagte die Botschafterin und zeigte sich angetan von der großartigen Leistung des Vereins. "Hier wird unsere Philosophie gelebt und wir sind offen für alle, die mehr darüber erfahren wollen." Auch wenn am Sonntag ein heftiger Starkregen den Zeitplan durcheinander warf und die Besucher unter den zahlreichen Pavillons Schutz suchen mussten – der feierliche Umzug rund um den Tempel konnte schließlich dann wieder mit Sonnenschein stattfinden. Khamxay Bounketh und Suchawadee Ludwig, Vorstandsmitglieder des Lügder Vereins, waren hoch zufrieden mit diesem vierten Fest. "Es gab in Lügde keine Betten mehr", freute sich Bounketh. "Wir haben viele unserer Landsleute, die aus ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern gekommen sind, auch in Bad Pyrmont untergebracht." Auch wenn es für die Beteiligten viel Arbeit bedeutet – das Thai-Fest hat sich seinen festen Platz im Lügder Veranstaltungskalender erobert!

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