Bad Salzuflen-Bergkirchen (la). Am Sonntag, 26. Juni findet um 16.30 Uhr ein weiteres Konzert in der Reihe "Musik für Spaziergänger" in der Kirche zu Bergkirchen statt. Am Steinway-Flügel spielt Prof. Friedrich Wilhelm Schnurr, ehemaliger Rektor der Musikhochschule Detmold von Beethoven die Polonaise C-Dur, op. 89 und das Klavierstück "Für Elise", von Mozart die Sonate F-Dur, KV 332, und von Mendelssohn zwei "Lieder ohne Worte", op. 67 Nr. 1 und 4. Das Konzert schließt mit den Intermezzi, op. 4 von Robert Schumann.
Anstelle von Eintrittskarten wird eine Kollekte gesammelt. Ludwig van Beethoven komponierte seine einzige Polonaise für Klavier im Jahre 1814 und widmete sie der Zarin Elisabeth von Russland. Obwohl er dieses relativ kurze Stück unter einer eigenen Opuszahl veröffentlichen ließ, was auf seine hohe Wertschätzung schließen lässt, wird es eher selten gespielt. Dagegen ist das kurze Albumblatt "Für Elise", entstanden um 1810 heute sein wohl bekanntestes Klavierstück weltweit – wenn es denn in der überlieferten Form überhaupt von Beethoven selbst stammt, was unter Musikforschern bis heute ebenso wenig zweifelsfrei geklärt ist wie die Frage, wer denn diese "Elise"überhaupt war. Bei der Sonate in F-Dur KV 332 war dagegen nur die Entstehungszeit zu korrigieren: Lange glaubte man, Mozart habe sie zusammen mit zwei weiteren Sonaten (C-Dur und A-Dur) 1778 in Paris komponiert. Heute weiß man aufgrund bestimmter Indizien, dass sie kaum vor 1783 entstanden sein kann. Da war Mozart schon in Wien, in der vielleicht glücklichsten Phase seines kurzen Lebens. Auch Felix Mendelssohn-Bartholdy gehörte zu den Frühvollendeten. Seine zahlreichen "Lieder ohne Worte" erfreuten sich besonders im musikalischen Bildungsbürgertum des 19. Jahrhunderts außerordentlicher Beliebtheit. Am Ende des Programms steht wieder ein weniger bekanntes Meisterwerk: Die sechs teilweise eng miteinander verbundenen Intermezzi op. 4 lassen schon wie die berühmteren "Papillons" op. 2 das überschäumende Genie des 22-jährigen Robert Schumann erkennen. Im zweiten Stück zitiert er im Notentext Goethe: "Meine Ruh‘ ist hin…", und zum Schluss erinnert die Tonfolge a-b-e-g-g, über die Schumann schon seine Variationen op. 1 geschrieben hatte, noch einmal an jene geheimnisvolle "Comtesse Pauline d’Abegg", von der man (wie von "Elise") auch nicht viel weiß ...