Detmold. Der Detmolder Kinderschutzbund sucht Menschen, die eine ehrenamtliche Vormundschaft für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge übernehmen möchten. Am Dienstag, 21. Juni, wird das Projekt um 16.30 Uhr im Rahmen einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in der "Villa am Hügel", Humboldtstraße 16, vorgestellt.
Jugendliche, die ohne Begleitung ihrer Eltern nach Deutschland einreisen, stellen eine besonders schutzbedürftige Gruppe unter den Flüchtlingen dar. Krieg, Verfolgung und wirtschaftliche Not veranlassen viele Familien, diese jungen Menschen auf eine gefahrvolle und oft traumatische Reise zu schicken. Sie kommen nach Deutschland in der Hoffnung, Sicherheit, Geborgenheit und eine neue Lebensperspektive zu finden. Neben einer rechtlichen Vertretung (Vormundschaft) brauchen sie auch einen Menschen, der ihnen hilft, sich in einer fremden Umgebung , Kultur und Sprache zurecht zu finden und der sich um den Zugang zur Schule und Ausbildung, zu medizinischer Versorgung, zu rechtlicher Vertretung im Asylverfahren kümmert und Freizeitmöglichkeiten erschließt. Hier möchte der Detmolder Kinderschutzbund ansetzen und das Projekt zur Ausbildung und Begleitung ehrenamtlicher Vormünder starten. Ehrenamtliche Vormundschaften verhelfen nachweislich zu besserer Integrationsleistung. Die Jugendlichen erfahren emotionale Stabilisierung durch die persönliche Beziehung zu ihrem Vormund wie auch durch die vermehrten sozialen Kontakte, die sich aus geförderten Freizeitaktivitäten ergeben. Die Ehrenamtler werden von einer pädagogischen Fachkraft geschult. Dazu gehören Infos über Aufgaben und rechtlichen Verpflichtungen eines Vormunds, eine Fortbildung zu Schwerpunktthemen (Jugendhilfe, Asyl- und Aufenthalts recht, Traumatisierung, interkulturelle Kompetenz), die Einzelfallberatung und Gesprächsgruppen mit anderen Vormündern. Die Veranstaltung am Dienstag leiten Antje Fasse, Fachberaterin für Vormundschaften beim Landesjugendamt Münster und Detlef Heddier, Amtsvormund beim Kreisjugendamt Borken.