Horn-Bad Meinberg. Die Filmemacher Artur Klassen und Jan Erdl waren im Januar drei Wochen auf der griechischen Insel Lesbos und haben vor Ort Flüchtlingshilfe geleistet. Für den WDR hielten sie ihre Erlebnisse in dem Videotagebuch "ProjektLesbos" fest. Am Donnerstag, 16. Juni, geben sie in Horn-Bad Meinberg einen Einblick in ihre Aufnahmen und diskutieren die Herausforderungen der Flüchtlingskrise. Die Veranstaltung des Integrationsbeirats der Stadt Horn-Bad Meinberg und der Arbeitsgemeinschaft gegen Nazis beginnt um 18.30 Uhr in der Mensa des Schulzentrums Horn. Der Eintritt ist frei.
Artur Klassen und Jan Erdl wollten sich ein eigenes Bild von der Lage der Flüchtlinge in Griechenland machen. Anfang Januar setzten sich die beiden Filmemacher in den Flieger nach Griechenland. Im Gepäck: jede Menge Idealismus, der Wille, sich selbst über die Zustände auf Lesbos zu informieren und die Bereitschaft, zu helfen. Knapp über 500.000 Menschen flüchteten 2015 über das offene Meer von der Türkei in die EU nach Lesbos. Über 2.100 Menschen ließen dabei ihr Leben. Von einem Touristenparadies ist Lesbos in dieses Tagen so weit entfernt wie die dort gestrandeten Menschen von einer echten Lebensperspektive. Eine unfassbare Tortur hätten die Frauen, Männer und Kinder, die in Schlauchbooten auf den griechischen Inseln ankommen, so die beiden jungen Männer. Und: "Sie haben eine völlig ungewisse Zukunft vor sich." Mit seiner derzeitigen Politik verschlimmere Europa den dramatischen Zustand noch weiter. Ihre klaren Worte untermauern Erdl und Klassen mit Bildern und Filmsequenzen von Lesbos, wo sie das griechischen Drama aus Überlebenskampf und zerplatzenden Träumen hautnah miterlebten.