1. Gutes Gespür für den Fußball

    Einlaufkind Elias brachte der deutschen Mannschaft Glück

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    Lille/Lügde (afk). Für Elias und seinen Vater Markus Tappe aus Lügde war es ein unglaubliches Erlebnis: Der sechsjährige Sohn eskortierte Abwehrspieler und Weltmeister Benedikt Höwedes zum EM-Auftaktspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die Ukraine auf den Rasen des mit 50.000 Zuschauern ausverkaufen "Stade Pierre Mauroy".

    "Dieses Spiel und alles Drumherum war der absolute Höhepunkt unserer Reise für uns beide", war Vater Markus begeistert. Bereits um 14 Uhr hatten sich Vater und Sohn Tappe am Sonntag trennen müssen. "Da war mir schon etwas mulmig - mein Kleiner in dieser fremden Umgebung. Ich wusste nicht, ob er das durchhält", gesteht der Papa freimütig. Die Sorge, so verständlich sie war, erwies sich als unbegründet, denn die Einlaufkinder waren in bester Obhut und wurden auf das sportliche Ereignis am Abend vorbereitet, während die Eltern ein Begleitprogramm bis zur Fahrt ins Stadion geboten bekamen. Erst kurz vor Spielbeginn um 21 Uhr sah der Lügder seinen Filius wieder als dieser zusammen mit den anderen Einlaufkindern an den Händen der Nationalspieler den Rasen betrat. Elias machte das souverän, strahlte übers ganze Gesicht und winkte nach der stolz mitgesungenen Nationalhymne noch einmal fröhlich Benedikt Höwedes zu. Dann verschwand er mit den anderen Kindern wieder im Spielertunnel. Aber schon wenige Augenblicke später durfte ihn sein Vater dann wieder auf der Tribüne in die Arme schließen. "Da sind mir vor Rührung schon ein paar Tränchen gekullert, weil wir so etwas gemeinsam erleben konnten", erzählt er von diesem hoch emotionalen Moment. "Elias war mit großer Begeisterung dabei und hat auch während des Spiels alles gegeben", berichtet der stolze Papa, der wie sein Junior Anhänger von Borussia Mönchengladbach ist. Fotografen stürzten sich auf den Jungen und lichteten den jüngsten und kleinsten der Begleitkinder immer wieder ab. Dass er offenbar auch schon ein gutes Gespür für den Fußball hat, bewies er, als er schließlich überzeugt seinem Vater prophezeite, dass der kurz vor Schluss eingewechselte Sebastian Schweinsteiger gleich ein Tor schießen werde. Und das geschah tatsächlich: "Schweini" erzielte das 2:0! "Da ist er völlig ausgerastet", schildert Markus die Begeisterung seines Sohnes. Obwohl die Zeit beim Schlusspfiff schon weit fortgeschritten war, hielt der kleine Lügder dann noch durch. "Im Bus bei der Heimfahrt ist er dann aber sofort eingeschlafen", berichtet der Papa. "Kurz nach Mitternacht waren wir im Hotel. Ich habe dann noch anderthalb Stunden auf E-Mails geantwortet. Und am Montagmorgen hatten wir schon drei Interviews von drei Hörfunksendern, die alle etwas von uns hören wollten. Das haben wir auch noch erledigt." Am Montagvormittag verließen die Eskort-Kinder mit ihren Eltern Lille und reisten mit dem TGV nach Brüssel. Von dort ging’s weiter nach Köln, wo sich die Gruppe auflöste. "Ich gehe mit Elias noch zum Dom, damit er mir endlich glaubt, dass es noch eine größere Kirche als in Lügde gibt", lacht Markus Tappe, für den am Dienstag wieder ein ganz normaler Arbeitstag begann. "Das alles haben wir nur unserer Mutter zu verdanken, die die Idee für die Teilnahme an diesem Wettbewerb gehabt hat. Normalerweise machen wir bei so etwas nicht mit. Aber sie hatte das Gefühl, dass hier etwas Tolles auf ihre Männer warten könnte." Mareike Tappe hatte zuhause mit dem in diesem Jahr geborenen Geschwisterkind von Elias Wache gehalten und den Medienansturm bewältigt. Wer weiß, vielleicht steht da ja in den nächsten Jahren wieder mal ein solches Ereignis bei Tappes an!

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