1. Ängste abbauen und sich kennenlernen

    Fest an der Adenauerstraße unter dem Motto "Eine Straße – eine Welt!"

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    Detmold (ck). Annähernd 700 Menschen unterschiedlicher Nationen haben sich kürzlich zu einem Straßenfest in der Adenauerstraße zusammengefunden. Hintergrund war, die Verunsicherung der Menschen und auch die Angst vor den Fremden abzubauen. Gemeinsamer Tanz, Fußballspiel, Trommelmusik oder das internationale Pickertbacken sollten hier leichte Einstiege geben. Leider waren laut Tabea Beer, Einrichtungsleitung des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), nur sehr wenige Detmolder der Einladung gefolgt. Viele Verhaltensweisen der Asylbewerber seien für die Einheimischen nicht nachvollziehbar und es komme zu Unmut in der Bevölkerung. Sei es herumfliegender Müll oder nächtliche Störungen. Samantha wohnt nicht weit weg und erzählt, dass sie manchmal richtig Angst hat, wenn sie von der Nachtschicht nach Hause kommt. "Ich weiß eigentlich nicht, wie ich mich richtig verhalten soll. Straßenseite wechseln oder mutig an der Männergruppe vorbei gehen?" Sie versteht die Situation in der die Menschen sind, wäre aber auch froh, wenn sie sich mehr mit unserer Kultur auseinander setzen würden. "Sie müssen sich integrieren und nicht wir!" Den Mut über das Fest zu laufen hat sie nicht gefunden. "Ich habe mal um die Ecke geguckt, ich konnte aber auch nicht erkennen, wo es Gesprächsgruppen gab, falls die angeboten wurden", erzählt sie. Ein Lächeln huscht dann aber doch über ihr Gesicht, als ein kleines bunt geschminktes Mädchen auf sie zuläuft und ihre Gesichtsbemalung stolz präsentiert. "Die Kleinen sind ja meistens total süß", sagt sie und macht sich auf den Nachhauseweg nur eine Straße weiter.

    Die meisten der ausländischen Mitbürger zeigten sich begeistert von dem Fest und dessen Angebot. Besonders fein rausgeputzt tanzten sie lachend und fröhlich nach ihrer traditionellen Musik. Die Kinder bildeten lange Schlangen vor dem Zuckerwattestand und genossen das fluffige Zuckergebilde. Viele der Asylbewerber hatten es sich einfach auf den Grünflächen vor den Häusern gemütlich gemacht und lauschten den Trommelklängen einer Gruppe, die sich spontan zusammengefunden hatte. Kreativ wurde es am Stand mit den Farbschleudern. "Da sind tolle Kunstwerke entstanden", schwärmt Beer und feuert schon kurze Zeit später die Fußballer auf dem nahegelegenen Spielfeld an. "Sie sind alle fußballbegeistert und wenn sie spielen, dann wollen sie auch gewinnen, irgendwie sind sie sich da alle gleich", lacht sie. Total fasziniert beobachten die vielen Kinder, einfach auf der Straße sitzend, die Darbietungen von Jongleur Jens Kotowski. Gegen Nachmittag holten sich die meisten leckeren Kuchen von dem großen Buffet. "Hier gibt es ein internationales Angebot", so Beer.

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