1. Behörden-Sprache besser verstehen

    Fach-Leute übersetzen Merk-Blatt zum Detmold-Pass in Leichte Sprache

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    Detmold (ab). Viele Briefe und Formulare von Ämtern und Behörden sind schwer zu verstehen. Darin sind Fremd-Wörter und sehr lange Sätze. Alle sollen alles verstehen. Darum geht es bei der Leichten Sprache. Acht Menschen mit Lern-Schwierigkeiten sind Fach-Leute für Leichte Sprache. Sie haben das Merk-Blatt für den "Detmold-Pass"übersetzt. Nun kann man es leicht verstehen. Dieser Artikel ist nicht in Leichter Sprache geschrieben. Der Schreiber hat sich aber bemüht, dass er einfach zu verstehen ist.

    Seit 2014 lernt die Gruppe die Regeln der Leichten Sprache. Die Gruppe trifft sich alle zwei Wochen in der Beratungs-Stelle für Menschen mit Behinderung ("Lippe aktuell" berichtete bereits). In der Leichten Sprache werden keine Fremd-Wörter benutzt. Schwere Wörter müssen erklärt werden. Die Sätze und die Wörter sollen kurz sein. Dies sind nur einige der Regeln, die die Teilnehmer des Kurses lernen. Als Fach-Leute für Leichte Sprache haben Margret, Nicole, Helga, Heike, Natalie, Michael, Manuela und Ramona schon einige schwere Texte übersetzt. Dabei helfen ihnen die Beraterinnen Sonja Wagner und Stephanie Kleine. Erst wenn alle Teilnehmer einen Text verstanden haben, ist es ein Text in Leichter Sprache. Einige der Teilnehmer haben einen Detmold Pass. Sie sagen: "Das Merk-blatt von dem Detmold-Pass kann man nicht gut verstehen." Leichte Sprache hilft nicht nur Menschen mit Lern-Schwierigkeiten. Auch Ausländer, Flüchtlinge und ältere Menschen können die Leichte Sprache besser verstehen. Deshalb hat die Gruppe das Merk-Blatt in Leichte Sprache übersetzt. Aus zwei Seiten wurden so sieben. Denn Leichte Sprache braucht mehr Platz, weil Buchstaben größer gedruckt werden. So kann man sie besser lesen. Neulich hat die Gruppe das neue Merk-Blatt der Bürger-Beratung übergeben. Die Mitarbeiter verteilen es bisher aber nur auf Nachfrage. Aber, "was nützt es, wenn es das gibt und niemand danach fragt", klagt Ramona. Die Arbeit macht den Übersetzern Spaß. Sie werden dadurch freier und selbst-bewusster. Schwere Sprache ist für viele ein Hindernis. "Wir wollen Barrieren im Kopf abbauen", sagt Margret. "Barriere" ist ein schweres Wort. Die Gruppe sagt lieber "Hindernis". Wer kann einen Detmold-Pass bekommen? Im normalen Merk-Blatt zum Detmold-Pass steht, wer den Pass bekommen kann. Dieser Text ist sehr lang und hat viele schwere Wörter. Und Abkürzungen. Im neuen Merk-Blatt der Gruppe steht einfach: "Wer kann einen Detmold-Pass bekommen? Menschen, die in Detmold wohnen. Menschen die wenig Geld haben". Zum Beispiel: Menschen, die Arbeitslosen-Geld bekommen. Oder Sozial-Hilfe. Oder Grund-Sicherung. Das versteht jeder. Alles Weitere fragt man am besten die Mitarbeiter in der Bürger-Beratung. Im Kurs wurden schon einige Texte in Leichte Sprache übersetzt und von den Kursteilnehmern geprüft. Zum Beispiel: Ein Stadt-Rundgang durch Detmold. Die Einladung zu einem Selbst-Behauptungs-Kurs von der Pro familia und der Behinderten-Sport-Gemeinschaft Detmold. Ein Text über Haft-Pflicht und Haus-Rat-Versicherungen für die Versicherer im Raum der Kirchen. Den Speise-Plan für die Kantine in der Telekom. Das Info-Blatt der Beratungs-Stelle für Menschen mit Behinderung. Und den Internet-Auftritt der Beratungs-Stelle. Der Kurs hat aber noch viel mehr vor. Demnächst soll es Schulungen in Leichter Sprache geben . Geplant ist auch eine Info-Veranstaltung auf dem Marktplatz.

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