1. Durch Kreativität neuen Mut schöpfen

    Manuela Dorenbusch-Pöpper bewältigte ihre Krebserkrankung künstlerisch

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    Lemgo (pro). Manuela ist krank. Jeden Abend, wenn sie schlafen geht, macht sie sich in ihren Träumen auf die Suche nach ihrem Platz im "Wunderland", in dem sie jedoch erst einige Prüfungen auf dem Weg bestehen muss, um ans Ziel zu gelangen. Von ihrer Reise durch diese andersartige Welt handelt das Bilderbuch "Traumabenteuer mit Manuela und Karli dem Krebs", das die Lemgoerin Manuela Dorenbusch-Pöpper verfasst und außerdem eigenhändig illustriert hat. Das Buchprojekt ist das Ergebnis ihrer individuellen Art, sich mit ihrer Brustkrebserkrankung auseinanderzusetzen.

    Die Mutter zweier Töchter ist schon seit vielen Jahren als Integrationskraft in einer Kindertagesstätte tätig, als sie im März 2015 die Krensdiagnose erhält. "Von heute auf morgen", wie sie auch im Vorwort schreibt, ist sie nicht mehr bei "ihren" Kitakindern, sondern findet sich mitten in der anstrengenden Behandlung wieder. "Für die Kinder bin ich eine Bezugsperson – deshalb habe ich bald nach einem Weg gesucht, mit ihnen in Kontakt zu bleiben und meine Abwesenheit zu erleichtern", erzählt sie von den Anfängen. "So überlegte ich mir eine kindgerechte Art, über meine Krankheit zu schreiben. Die erste Geschichte gab ich einer Kollegin mit, die sie den Kindern vorlas." Die Kinder sind begeistert, ihre Kollegin schlägt vor, noch mehr Geschichten zu verfassen. Aus der ersten Episode entsteht, vor allem im Wintergarten ihres Zuhauses, eine komplette Reise durch das Wunderland, in dem Manuela gemeinsam mit Karli, dem Krebs, viele Hürden meistern muss. "Für Erwachsene offensichtlich beschreibt das Buch meinen Lebensabschnitt mit der Krankheit – aus Kinderperspektive kann es allerdings auch einfach ein spannendes Abenteuerbuch sein, ohne Bezug auf die Erkrankung zu nehmen." Im Verlauf des Geschehens treffen Manuela und Karli stetig auf neue Begleiter wie Wichtelkinder, mit denen die Autorin ihren Kitakindern eine Teilhabe in den vielfältigen Abenteuern verschafft. Mit der letzten Chemotherapie im Juli 2015 steht das fertige Manuskript, inklusive Illustrationen. Aus der anfänglichen Idee ist ein ganzes Buch entstanden, das nun über das eigene Umfeld hinaus bekannt werden soll: "Die Geschichte von Manuela ist für mich Bewältigung – damit möchte ich allerdings auch ganz gezielt erkrankten Kindern, und auch Erwachsenen, Mut machen, an die eigene Kraft zu glauben." Der Weg zur Veröffentlichung ihres Buches ist für die "echte" Manuela erneut eine richtige Prüfung: Die Verlage, die sie anschreibt, sind zögerlich und schließlich traut sie sich Anfang 2016, erst einmal in einer Kleinstauflage, ihr Buch im Selbstverlag zu veröffentlichen. Der strapazierfähige Enthusiasmus der Erzieherin, ihr Durchhaltevermögen, das sie in ihrem Umgang mit der Krankheit bewiesen hat, ist klar in die Erzählung eingeflossen: "Manchmal hat Manuela auch Angst – Angst, die ich tatsächlich hatte. Ungewissheit, wie es weitergeht. Karli, der Manuela begleitet, und die vielen Wichtelkinder, die sie unterwegs trifft und die ihr helfen, bekräftigen sie fortlaufend, über sich selbst hinauszuwachsen und zum Beispiel über eine wackelige Brücke zu klettern." Die eigene Familie übernahm die Rolle der kritischen Erstleser, die erwachsene Tochter Julia wurde zur Lektorin: "Das war eine große Hilfe – der Blick von außen zeigte mir nach einem langen Tag des Schreibens auf, was ich selbst vielleicht gar nicht mehr entdeckt hätte." Inspiration für die Stationen der Reise entstand ebenfalls oft im direkten Umfeld. "Meine jüngere Tochter hat mit mir zusammen die Idee für die ‚Butschis‘ entwickelt. Das sind Wesen, die am liebsten Wackelpudding essen und in einem Tal aus buntem Wassereis leben." Die fantastischen Elemente in ihrer Publikation, außerdem Einhörner, Gespenster und Dinosaurier, machen weiter deutlich, dass es sich nicht um ein Aufklärungsbuch handelt. Die durch den Verkauf generierten Einnahmen fließen in weitere Auflagen, sowie drei Euro pro verkauftem Buch als Spende an die Kinderkrebshilfe. Wer wissen will, wie die Reise von Manuela und Karli zu Ende geht, kann sich per E-Mail unter "traumabenteuer@gmx.de" mit der Autorin in Verbindung setzen.

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