1. Baumbestattungen möglich

    Reges Interesse am Informationsgang über den Friedhof

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    Oerlinghausen-Helpup (kd). Auch wenn die Ewigkeit zum Geschäftsmodell eines Friedhofs gehört, so muss er sich in der Form doch wandeln. Nach dieser Erkenntnis werden auch auf dem Helpuper Friedhof neue Wege beschritten. Zahlreiche Interessenten nahmen an einem Informationsgang teil. "Die Bestattungskultur hat sich geändert", stellte der Vorsitzende des Friedhofsausschusses, Gerhard Grote, fest. "Heute kommen auf zwei Erd- acht Feuerbestattungen. Die Folge: Auf einmal haben wir zu viel Platz." Vor 110 Jahren, als die politische Gemeinde das Gelände als Friedhof auswies, war dies noch anders. Das erste Grab wurde1906 angelegt, es ist noch heute erhalten. Einzugsbereich des Friedhofs ist das Gebiet der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde, das auch Teile des alten Dorfes Greste umfasst. Auch unterhalten noch viele Kachtenhauser Familien Gräber auf dem Friedhof. Mitte der 1960er Jahre wurde eine Erweiterung erforderlich. In diesem "neuen Teil" wird es jedoch keine Bestattungen mehr geben, er wird jetzt allmählich geräumt. Da sich hier ein felsiger Untergrund befindet, sollen nur noch Urnenbestattungen vorgenommen werden. Grote führte die Interessenten zu einer großen nordamerikanischen Eiche im östlichen Teil des Friedhofs. "Hier werden wir demnächst auch Baumbestattungen vornehmen", sagte er. Auf einem kleinen Stein sollen die persönlichen Angaben zu den Verstorbenen vermerkt werden. Es soll niemand anonym beerdigt werden. "Jeder muss einen Platz der Erinnerung haben", sagte Grote. An anderer Stelle hat Friedhofsgärtner Stefan Kippmann eine Grabstätte für "Sternenkinder" (Totgeburten und verstorbene Frühgeburten) angelegt. Der kleine Platz ist von Kirschlorbeer eingefasst und wird noch blühende Pflanzen erhalten. Die Wege sollen künftig einen neuen Belag erhalten, der auch für Rollstühle und Rollatoren geeignet ist. Im Übrigen möchte der Friedhofsausschuss die Rasenflächen weitgehend aufgeben. Stattdessen sollen bodendeckende Pflanzen eingesetzt werden, nicht zuletzt weil sie leichter zu pflegen sind. Denn ein Friedhof ist dazu verpflichtet, kostendeckend – ohne Zuschüsse – zu wirtschaften. "Wir geben aber allein 950 Euro pro Monat für das Rasenmähen aus, obwohl nur zwei Mal im Monat gemäht wird", erklärte Grote. Auch die Urnenreihengräber werden grundsätzlich von der Gärtnerei begrünt. In Zukunft wird es aber auch möglich sein, Partnergräber zu erhalten, so dass ein Ehepaar nicht an verschiedenen Stellen bestattet wird. Ferner stellte Grote den Interessenten die neuen Abschiedsräume vor. "Das bisherige Gebäude war absolut nicht mehr tragbar", sagte er. Nach langen Beratungen entschied man sich, zwei Räume zur Aufbahrung der Verstorbenen zu schaffen. Der Eingangsbereich ermöglicht einen Blick nach außen und vermittelt einen Eindruck von Weite. Auch ein kleiner Innenhof und eine angenehme Beleuchtung dienen dazu, eine bedrückende Atmosphäre zu vermeiden. Eine offizielle Einweihung ist zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen. Am 12. Februar 2016 ist die neue Friedhofs- und Friedhofsgebührensatzung in Kraft getreten. Informationen finden sich unter www.kirchengemeinde-helpup.de im Internet.

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an