1. "Wein-Lese" in Greste

    Bücherschrank animiert zum Lesen

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    Leopoldshöhe/Oerlinghausen (nok). Neu ist die Idee nicht, sinnvoll und nützlich aber allemal: ein "offener Bücherschrank" zur Weitergabe, beziehungsweise zum Austausch, gelesener Bücher. Man nennt sie auch Straßenbücherei, Austauschbücherei, Bücherbörse oder Schmökerkiste und es gibt sie als ausrangierte Telefonzellen auf Plätzen, als Holztruhen, als überdimensionale Setzkästen, als Metallregale, als Werkzeugschränke oder in vielen anderen Formen. Im Oerlinghauser Ortsteil Helpup und im Leopoldshöher Ortsteil Greste gab es dieses Angebot bisher nicht. Jetzt hat dort der Begriff "Weinlese" durch diese Tausch- oder Sachspendenidee eine neue (Be-) Deutung erfahren. Dort gibt es seit einigen Wochen einen offenen Bücherschrank im Weinregal. Statt Riesling, Silvaner, Spätburgunder, Dornfelder oder anderen edlen Tropfen lagern dort jetzt Kinderbücher, Romane, Krimis, Reiseführer, Ratgeber, Sachbücher und sonstige gebundene Werke. Kathrin Drexhage hatte die Idee, im familiengeführten Getränkemarkt etwas Platz für eine solche "Tauschbörse" zu schaffen. "In unserer Familie wird viel und gerne gelesen. Trotz neuer Medienvielfalt setzen wir beim Schmökern auf das klassische Druckwerk. Und ich weiß, dass dies in vielen anderen Haushalten und Familien auch so ist", umschreibt die junge Mutter ihre Beziehung zum Buch. Damit ein einmal oder auch wiederholt gelesenes Buch nicht kurze Zeit später im "Nirwana" verschwindet, identifiziert sie sich voll mit der Idee des offenen Bücherschranks. "Man gibt Gelesenes ab und findet dabei gleich wieder neue Anregungen. Das ist eine gute und nützliche Sache", erklärte sie im Gespräch mit Lippe aktuell. So entstand dann die "Wein-Lese(ecke)" im Getränkemarkt Stratemann an der Industriestraße 33. Dort kann man gelesene Bücher abgeben und aus der so entstehenden "Bibliothek" ein anderes oder auch mehrere Werke kostenlos mitnehmen. "Geben, nehmen, tauschen, teilen", lautet das Motto des offenen Bücherschranks in Greste, welches in den vergangenen Wochen bereits großen Anklang gefunden hat. Lesefreunden steht bereits eine große und sortierte Auswahl an Büchern zur Verfügung. Da der Platz der "Wein-Lese(ecke)" begrenzt ist, hofft Kathrin Drexhage, dass möglichst viele Leser zugreifen und Weiternutzung gebrauch machen. Darüber hinaus bittet sie darum, nur solche Bücher abzugeben, die man auch selbst noch lesen und anfassen möchte. Etwas unterrepräsentiert oder schnell wieder vergriffen sind in der neuen "Bücherbörse" gut erhaltene Kinderbücher.

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