1. Start für das Elektro-Bürgerauto

    Großes Interesse am kostenlosen Angebot in Währentrup

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    Oerlinghausen-Währentrup (kd). Überaus gut besucht war der Informationsabend der Stadtwerke Oerlinghausen zum Thema Elektro-Bürgerauto in Währentrup. Rund 50 Interessenten fanden sich im Hotel Mügge ein. Edwin Stüber machte als erster von dem kostenlosen Angebot Gebrauch. "Morgen früh fahre ich zum Reha-Sport nach Schloß Holte", erklärte er. Auch Emmi Watermann freute sich schon darauf, gelegentlich eine Kaffeefahrt mit Freundinnen zu unternehmen. In den nächsten drei Monaten können alle Währentruper Einwohner das Elektro-Fahrzeug, ein Renault Fluence, nutzen. Darüber informierten Geschäftsführer Peter Synowski und Mitarbeiter Bernd Seibert von den Stadtwerken. Drei Monate lang, bis zum 31. August, ist das Bürgerauto auf dem Parkplatz des Hotels Mügge stationiert. Es soll für mehr Mobilität in Währentrup sorgen, denn der Oerlinghauser Stadtteil ist zwar idyllisch gelegen, jedoch nicht an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Das Fahrzeug kann gratis zum Einkaufen, für Besuche bei Behörden, Ärzten und anderes genutzt werden. Möglich macht dies eine Gemeinschaftsaktion von Kreis Lippe, Stadtwerke Oerlinghausen und Stadt Oerlinghausen. Man kann den Wagen selbst steuern, das Konzept baut zudem auf dem Einsatz ehrenamtlich engagierter Freiwilliger auf. So sind feste Zeiten für Fahrdienste eingerichtet: dienstags- und freitags von 9 bis 12 Uhr sind Freiwillige bereit, die zum Markt nach Helpup fahren. Donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr geht es zum Rathaus Oerlinghausen. Nach einer Anmeldung persönlich oder telefonisch beim Hotel Mügge (Tel. 05202 3599) wird der jeweilige Fahrer verständigt. Dieses Angebot ist zunächst für den Monat Juni vorgesehen. Bei einer entsprechenden Nachfrage gibt es eine Verlängerung. Die maximale Reichweite des Fahrzeugs liegt bei 130 Kilometern, die Ladezeit betrage sechs bis neun Stunden, sagte Synowski. Der Wagen solle so eingesetzt werden, dass ihn möglichst viele Währentruper nutzen können. Die Stadtwerke wollen sich allerdings nicht Organisation einmischen. Sein Interesse bestehe vor allem darin, den Anteil der regenerativen Energie zu erhöhen, betonte der Geschäftsführer. Hier hätten die Stadtwerke Oerlinghausen bereits viel erreicht. In Bielefeld mit 330.000 Einwohnern sind 65 Elektro-Fahrzeuge unterwegs, in Oerlinghausen sind erst drei angemeldet. Ob das "Dorfauto" dauerhaft in Währentrup im Einsatz sein wird, hängt auch von der Nutzung ab. Zu diesem Zweck werden zahlreiche Daten erhoben, die wissenschaftlich ausgewertet werden, sagte Synowski. Zum Abschluss soll es wiederum eine öffentliche Versammlung zum Erfahrungsaustausch geben. Ein Bürgerbus sei in Währentrup nicht realistisch, sagte Synowski auf eine entsprechende Frage. Dafür müssten 20 bis 30 ehrenamtliche Kräfte bereit stehen. Er sei schon froh, dass sich für das Elektroauto schon sechs Freiwillige gemeldet haben. Das Fahrzeug sei wie jedes andere Auto zu bedienen. "Es besitzt aber kein Getriebe und macht daher keine Geräusche. Man muss also sehr auf die Passanten, die nicht hören, wenn sich das Fahrzeug nähert", lautete der Rat Synowskis.

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