Detmold (tl). 6.190 Ratsuchende nutzten 2015 die Beratungsdienste der Verbraucherzentrale (VZ) in Detmold. Hinzu kamen knapp 5.600 Gespräche über Verbraucherprobleme bei diversen Veranstaltungen der VZ: sei es anlässlich des Umwelttages im Umweltzentrum Heerser Mühler in Bad Salzuflen oder beim DGB-Fest am ersten Mai auf dem Detmolder Marktplatz. Mal ging es ums Thema Lebensmittelverschwendung, ein anderes Mal um das Heizen mit erneuerbaren Energien. Die häufigsten Verbraucheranliegen fielen im vergangenen Jahr in den Bereich allgemeine Dienstleistungen, also Mietrecht, Handwerkerleistungen und Inkassowesen. Aber auch die Themen Finanzen, Telefon und Internet, Energie und Konsumgüter brannten den Lippern auf den Nägeln.
Die Bandbreite der Probleme und die kriminelle Energie von unseriösen Anbietern und Abzockern sei dermaßen groß, dass auch die VZ-Mitarbeiter "jeden Tag dazu lernen", so Dorothea Nolting, Leiterin der Beratungsstelle an der Lemgoer Straße. So verwundere es kaum, dass jeder Verbraucher schnell einmal in eine Anbieterfalle tappen kann. Erfahrungsgemäß seien es aber gerade diejenigen, die "schnell und unbedarft" handeln, die sich oft in Schwierigkeiten bringen, weiß Verbraucherberaterin Frauke Heise-Dippel. Ihr Rat: "Nicht zu spontan agieren, lieber zunächst Informationen einholen, Angebote vergleichen, sich bei uns vorab beraten lassen." Mit Rat und Tat steht die VZ zur Seite, wenn Probleme aufgetreten sind. Wie wichtig allerdings auch Prävention ist, zeigen die "Durchblick"-Veranstaltungen der Verbraucherschützer. 38 Veranstaltungen rund um die Themen Geld und Smartphone-Nutzung führten die Berater im Vorjahr an lippischen Schulen durch. Knapp 700 Schüler lernten dabei das Einmaleins des Verbraucheralltages. Nolting: "Ganz spannend bei den jungen Leuten ist immer das Thema Bedürfnisreflexion, sprich: Was brauche ich, was brauche ich nicht." Eine Frage, die sich freilich jedem Verbraucher stellt, auch und gerade angesichts des boomenden Online-Handels: Ab in den Warenkorb, Adressdaten eingeben, Zahlungsart auswählen und Bestellung aufgeben. So weit, so gut, doch bereits beim Bestellvorgang können kostenträchtige Gefahren lauern. Dass Kunden bei unbemerkten Extras oder wegen kostenpflichtiger Zahlungsarten draufzahlen, habe für viele Nachfragen gesorgt in der Detmolder Verbraucherzentrale, die noch eine gute Nachricht parat hat: Stadt Detmold und Kreis Lippe haben den Vertrag für die Beratungsstelle bis Ende 2016 verlängert. Nolting: "Ein neuer Vertrag mit einer Laufzeit bis Ende 2020 steht kurz vor dem Abschluss."
