1. Epochen der Orgelmusik

    Liga Auguste konzertiert in St. Marien

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    Lemgo (la). Am Mittwoch, 8. Juni, um 19.30 Uhr gibt Liga Auguste in der Kirche St. Marien ein Orgelkonzert. Es erklingen Werke von Johann Sebastian Bach, Robert Schumann, Josef Gabriel Rheinberger und Anton Heiller. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei, am Ausgang wird um Spenden gebeten. Dieses Programm, zusammengestellt für die Prüfung im Fach Orgel im Rahmen des Master-Abschlusses, gibt einen Einblick in verschiedene Epochen der Orgelmusik. Die Triosonaten Bachs für Orgel sind möglicherweise als Unterrichtsmaterial für seinen ältesten Sohn Wilhelm Friedemann Bach entstanden. Die eigenständige Führung der Stimmen lässt vermuten, dass diese auch kammermusikalisch musiziert worden sind. Die insgesamt sechs Bach-Fugen Schumanns für Orgel oder Pedalflügel weisen Schumanns Interesse am Kontrapunkt auf. Wie viele andere Komponisten vor und nach ihm bearbeitet Schumann das Vierton-Thema B-A-C-H, wobei sich auch Anklänge an den pianistischen Hintergrund des romantischen Komponisten bemerkbar machen. Das letzte vollendete Werk Rheinbergers, die 20. Orgelsonate, steht ganz in der Tradition der deutschen romantischen Orgelmusik. Die tiefgründige Simplizität der Melodieführung und strukturelle Klarheit gibt Einblick in die gefühlvolle Welt des gereiften Komponisten.

    Die Tanz-Toccata Heillers nutzt die von Olivier Messiaen begründeten Techniken der Tonreihenbildung und lässt die neobarocke Orgel in voller Pracht erklingen. Traditionsbewusst bleibt der Autor nicht nur im technischen Sinne des Werkes, sondern auch bei der Unterzeichnung dieses Werkes. Ganz im Sinne Bachs beendet er sein Werk mit dem Kürzel S. D. G., was für Soli Deo Gloria ("Allein Gott die Ehre") steht.

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