Leopoldshöhe (kd). Für den Erik Hafemann (10) und seinen Bruder Jens (13) ist der Umgang mit der Sense ganz normal. Das sei überhaupt nicht schwer, meinten sie. Beim 26. Mäh- und Dengelwettbewerb des Heimatvereins auf dem Heimathof in Leopoldshöhe waren sie die jüngsten Teilnehmer. "Ob uns das Spaß macht? Keine Ahnung, man macht‘s halt", meinte Jens, der bereits im dritten Jahr bei dem Vergleichskampf startete. Um die 13 Kaninchen zu Hause mit frischem Futter zu versorgen, hat er tägliche Übung. Die Kenntnisse haben die Brüder von ihrem Großvater Baldur Hafemann erlernt. "Nur wenn wir mal nicht da sind, übernimmt Opa die Aufgabe, sonst mähen wir", berichtete Jens. Beim Wettbewerb wollte das Leopoldshöher Brüderpaar "einfach auch mal zeigen, was wir können". Dazu brachten sie ihre eigenen Sensen mit, die etwas kleiner sind als üblich. Insgesamt war die Familie mit drei Generationen vertreten, denn der Großvater und ihr Vater Jens Hafemann gingen ebenfalls an den Start. Sie gehören bereits zu den langjährigen Teilnehmern.
Helmut Eikermann, Vorsitzender des Heimatvereins Leopoldshöhe, freute sich über zwölf Starter, nachdem es im Vorjahr nur sieben waren. Sie kamen auch aus Lage, Bad Salzuflen, Detmold, Blomberg, Rödinghausen und Minden. Beate Obermeier aus Brüntrup war die einzige Frau. Vorjahressieger Klaus Degelau trat erneut an und gab vorab einige seiner Erfahrungen weiter. "Beim Dengeln muss man sich Zeit lassen", sagte er. "Für eine neue Sense rechne ich mit mindestens einer Stunde, Ungeübte brauchen sicher zwei bis drei Stunden." Vor jedem Arbeitsgang muss gedengelt werden: Mit dem Dengelhammer wird die Schneidkante gezielt bearbeitet, um das Metall zu verdünnen und damit zu schärfen. Degelau riet, einen Spitzamboss zu verwenden wie er vor allem in Süddeutschland verbreitet ist. Damit ließe sich das beste Ergebnis erzielen. Um zu prüfen, ob die Kante dünn genug ist, fährt er mit seinem Damennagel daran entlang. "Das ist die berühmte Nagelprobe", sagte er. Bei der Weltmeisterschaft 2012 belegte Degelau im Dengelwettbewerb sogar den ersten Platz. Nachdem Erich Linnemann die "Amboss-Polka" auf seinem Akkordeon intoniert hatte, begann der eigentliche Wettbewerb. In der Obstwiese hinter dem Heimathof waren Felder abgesteckt, die abgemäht werden mussten. Die Juroren Adolf Meier zu Döldissen, August Steinhage und Rudi Strunk bewerteten auch, wie die Teilnehmer vorgehen und wie sie das Gras ablegen. "Zum Glück sind in diesem Jahr keine Maulwurfshügel drin", stellte August Steinhage fest. Dafür stellten die Obstbäume inmitten der einzelnen Abschnitte doch eine Erschwernis dar. Doch die zwölf Starter machten ihre Sache so gut, dass die Kampfrichter anschließend lange beraten mussten, wie Bürgermeister Gerhard Schemmel verriet. Kein Teilnehmer ging leer aus, denn dank einiger Sponsoren wurden alle mit Sachpreisen bedacht. Weil Erik und Jens Hafemann ihre Aufgabe sehr gut erledigt hatten, wurden sie mit einem Sonderpreis geehrt. Den dritten Platz belegte Klaus Degelau, den zweiten Jürgen Sonnenberg aus Detmold. Zum Sieger wurde zum wiederholten Mal Baldur Hafemann erklärt.
