1. Deutsch-Holländische Gemeinschaftsarbeit

    Studenten eines Austauschprojekts streichen Räume für Begegnungsstätte

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    Detmold (hö). Eine neue Begegnungsstätte für Geflüchtete und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer entsteht derzeit an der Volkhausenstraße. Im Rahmen eines Austauschprojektes haben am Dienstag Schüler des Felix-Fechenbach-Berufskollegs und ihre Gäste vom "Konig Willem I College aus ´s-Hertogenbosch" (Holland) tatkräftig mitgeholfen und die Räumlichkeiten gestrichen. Für eine Woche waren die Studenten des "Konig Willem I College" zu Gast. Und sie hatten viel auf ihrer "To-Do-Liste": Detmold kennenlernen, Deutsch sprechen, neue Freunde gewinnen und nebenbei Wände von Begegnungsstätten streichen. So ein Schüler- oder Studentenaustausch zeigt, wie ähnlich die Probleme in den europäischen Ländern sind. Denn die Holländer wussten aus eigener Erfahrung, wie sie Flüchtlingen helfen können. In ´s-Hertogenbosch helfen viele von ihnen ehrenamtlich. Ihr Lehrer an der Wirtschafts- und Technikhochschule, Rob de Vrind, berichtet von rund 150 gesellschaftlichen Einsätzen der Schule pro Jahr. Also fast jeden zweiten Tag helfen Studenten des Colleges ehrenamtlich anderen Menschen. Nicht nur Flüchtlingen, auch anderen und lernen dabei, dass man nur in der Gemeinschaft stark ist. "Wir wollen Nachhaltigkeit in unserer Arbeit. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Schlagwort", so der holländische Biologie-Lehrer.

    Auch die Detmolder Studenten, unter Leitung der Englisch-Lehrerin Karen Deisberg, leisten Gutes für die Gesellschaft. Seit 6 Jahren findet der Studentenaustausch der beiden Berufskollegs schon statt. "Angefangen hat alles mit einem Projekt für die UNESCO. Wir haben gemeinsam eine virtuelle Lernumgebung erstellt. So können Studenten im Internet gemeinsam lernen und studieren", berichtete die Lehrerin. Viel können die beiden Schulen voneinander lernen. In einem Projekt vermittelten die Holländer ihren Deutschen Freunden, wie man Regenwasser sammelt und damit die Wohnungen heizen kann. Die Detmolder bewiesen Kreativität mit ihrem Projekt "Give-Box" am Haus der Heimat. Dort kann jeder brauchbare Kleidung hineinlegen für bedürftige Menschen. So viel jugendliche Einsatzbereitschaft wurde durch die Bürgerstiftung Detmold und die Kontaktstelle für Ausländer der Stadt Detmold unterstützt. Die Bürgerstiftung half mit finanziellen Mitteln für den Erwerb der Materialien wie Farbe, Pinsel und Rollen. "Wir haben rund 300 ehrenamtliche Mitglieder, die nicht nur Flüchtlinge unterstützen" berichtete die stellvertretende Vorsitzende Ingrid Thaiss. "90 Prozent der Mitglieder sind Akademiker, die nicht nur ihre materiellen Möglichkeiten einbringen. Teilweise unterstützen sie sogar ganze Familien mit Rat und Tat", so Thaiss weiter. Viel Einsatz kann auch die Kontaktstelle der Stadt Detmold aufweisen. Beratungsstellen, Kontakte zu Moscheen oder Vereinen, sowie Projekte wie "Sprache + Arbeit" mit dem Netzwerk Lippe sind nur einige der Angebote für Ausländerinnen und Ausländer. "Wir wollen die Integration unserer Mitmenschen fördern, indem wir ihnen über uns Deutsche berichten, informieren und ihnen Sicherheit bieten" so Ulrike Danisch, Koordinatorin der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe in Detmold. "Sie sollen mit ihren eigenen Werten unsere Gesellschaft bereichern, ohne unsere Werte zu missverstehen", beschreibt Danisch die Vorgehensweise. Ein Lieblingsprojekt von ihr ist das Begegnungszentrum an der Paulinenstraße 65. Hier können sich Flüchtlinge, Ehrenamtliche und vor allem Detmolder treffen und kennenlernen. Hand in Hand gewinnen so alle an diesem Projekt. Manche Sicherheit und Freiheit, manche Selbstbewusstsein und andere Kenntnisse über das Zusammenleben. Die neue Begegnungsstätte entsteht an der Volkhausenstraße 9, Block B, Wohnung B6.

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