Bad Salzuflen (go). Die ehemalige Britensiedlung in der Nähe der Heidestraße war nur für kurze Zeit verwaist, nachdem die Angehörigen der britischen Streitkräfte sie Ende 2015 verlassen haben. Nun leben dort 360 Flüchtlinge. Von den 58 Häusern sind derzeit 37 belegt; acht Häuser mit 80 Männern und 29 Häuser mit Paaren, Familien und Fluchtgemeinschaften. "Mit der Britensiedlung haben wir in Bad Salzuflen eine besondere Situation", so die stellvertretende Bürgermeisterin Beate Hoffmann-Hildebrand. Auf der einen Seite sei es ein Vorteil, so viel freien Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu haben. Nachteilig in puncto Integration sei aber die geballte, sich auf wenige Straßenzüge konzentrierende, Unterbringung. Nicht zuletzt deshalb habe die Stadt die Notwendigkeit eines unabhängigen Quartiersmanagements gesehen. Die Königsberger Straße Nummer 18 ist eigens dafür eingerichtet worden. In der AWO hat die Stadt einen Kooperationspartner für die wichtige Aufgabe des Quartiersmanagements gewonnen.
Elvira Jakupovic ist seit dem 1. Februar als Quartiersmanagerin dort an den Start gegangen und stellte die Ziele und Aufgaben des Quartiermanagements vor. In erster Linie gehe es um die gegenseitige Akzeptanz von Flüchtlingen und Nachbarn. Daher müsse sich um die Integration der Zugewanderten gekümmert werden und ihnen eine Perspektive gegeben werden. Möglichkeiten der Begegnung zwischen Zugewanderten und Nachbarn müssten geschaffen werden, um das gegenseitige Kennenlernen zu ermöglichen. Auch habe man in der Königsberger Straße 18 ein offenes Ohr für eventuelle Kritik oder Verbesserungsvorschläge. Es soll feste Sprechstunden für die Nachbarschaft und für die Bewohner geben. Die Polizei wird ebenfalls eine Sprechstunde geben, in der die Verkehrserziehung im Vordergrund stehen soll. Mit einer großen Gruppe von Kindern im Alter von 4 bis 6 Jahren werde regelmäßig gemalt und gebastelt. Zweimal in der Woche würden Deutschkurse in der Königsberger Straße 18 angeboten. Auch besondere Projekte, wie das Anlegen eines Gemeinschaftsgartens mit Grillfläche, seien geplant, um den Bewohnern eine Tagesstruktur zu geben. Der Aufbau einer Theatergruppe ist avisiert, ein Ausflug ins Theater nach Bielefeld wurde bereits unternommen. Auch ein internationaler Chor probe einmal die Woche. Für den 4. Juni ist ab 11 Uhr ein Nachbarschaftsfest geplant. Mit im Boot sind außer der Stadt und der AWO noch etliche weitere Akteure, wie beispielsweise der Stadtsportverband, Pro Regio, der awb, die Stadtbücherei und nicht zu vergessen, freiwillige Helfer im Ehrenamt, um das Quartier "Britensiedlung" voranzubringen.
