Detmold (pro). Noch ein paar Dutzend Meter entfernt hörte man das bunte Treiben, das am 22. Mai den Arnims-Park in Detmold-Heidenoldendorf belebte: Bei bestem Wetter feierten dort rund 600 Bürger mit Vereinen, den Stadtwerken, der Feuerwehr Pivitsheide und den ansässigen Kindertagesstätten ein großes Fest der Gemeinschaft. Auf das "interkulturelle Dorffest", wie es im fünften Veranstaltungsjahr auch jetzt wieder auf Plakaten angekündigt wurde, waren im Vorfeld nicht nur direkte Anwohner aufmerksam geworden. Über einen "klasse Erfolg" freute sich Jörg Thelauer aus dem Organisationsstab der Dorfgemeinschaft. Um die Mittagszeit war es besonders voll an der Ecke Orbker/Bielefelder Straße. Ein Magnet für junge Festbesucher: Die neue Zielwand der Feuerwehr Pivitsheide, an der sich jeder selbst als potentieller Feuerwehrnachwuchs beweisen konnte. "Der geht ganz schön schwer zu!", stellte eine Schützin fest und gab den Löschschlauch weiter an Lukas Meierjohann, der sich nach einem Musik-Auftritt mit seiner Gruppe der Kita "Pippi Langstrumpf" eine Abkühlung gönnte: "Super machst Du das!", bekräftigte Mutter Lisa Meierjohann ihren Sohn, während dieser die Minifensteröffnung des aufgemalten Hauses "löschte". Thorsten Schiller, Gruppenführer im Löschzug und Jugendwart, hob derweil direkt nebenan ein Kind nach dem anderen auf den Fahrersitz des geparkten Löschfahrzeugs. "Das ist vor allem für die Kleinsten toll – mit unserer Anwesenheit wollen wir aber auch direkt neue Mitwirkende zwischen zehn und achtzehn Jahren werben." Das Einzugsgebiet der Pivitsheider erstreckt sich ebenfalls über Heidenoldendorf und Nienhagen, sodass gerechtfertigte Hoffnung bestand, diesen Wunsch bald erfüllt zu sehen.
Damit der sportlichen Betätigung nicht genug: Auf der Hüpfburg der Stadtwerke herrschte dauerhaft volles Haus, und parallel knallten die Fußbälle ins Tornetz des BSV Heidenoldendorf. "Jetzt, los geht’s!", feuerte Kennedy Clayton seinen sechsjährigen Nachwuchstorjäger Leon an. Der nahm Anlauf und versenkte zielsicher. Bei den größeren Schützen zeigte das Ballradar teilweise über 50 Kilometer pro Stunde an. "Es ist einmalig, wie die Leute hier aufeinander treffen. Sonst hat man im Alltag vielleicht nicht viel miteinander zu tun, hier lernt man sich kennen", stellte Organisator Jörg Thelaner mit bis zum Ellenbogen eingezuckerten Armen fest und nahm sich dabei kaum eine Pause vom Zuckerwattedrehen. "Ich bin froh, wenn wir den Ausgleich haben zwischen selbst aktiv sein und herumlaufen, dem Austausch beiwohnen. Das klappt heute wieder einwandfrei", resümierte Wolfgang Schriegel, ebenfalls Organisator, und sprach damit wohl vielen Besuchern aus der Seele. Zwischen Bewegungsangeboten und Vorstellungen der Kitas und Schule sowie der Sportgruppe "Taek yon" auf der Bühne füllte die Ortsgruppe des CVJM Becher gegen den trockenen Hals, und verschiedene internationale Leckereien stärkten Beteiligte wie Gäste gleichermaßen. Zum Finale ließen Kinder und Erwachsene beim Ballonwettbewerb hunderte Luftballons steigen und ließen si so das Fest gemeinsam ausklingen.
